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Ein Liftmast des Skigebiets am Riedberger Horn. 

Umstrittene Skischaukel

Unversöhnlicher Streit um das Riedberger Horn

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Alpenverein und Umweltverbände gegen Bauernverband und Tourismus-Lobby: Im Landtag prallten nun die Argumente aufeinander. Dass die CSU vom Plan ablässt, ist nicht zu erwarten.

München – Die CSU-Landtagsmehrheit wird dem Bau einer Skischaukel zwischen den Skigebieten der Gemeinden Balderschwang und Obermaiselstein im Allgäu wohl nicht im Wege stehen. Das zeichnete sich nach einer Landtags-Anhörung ab, bei der die Experten-Meinungen unvereinbar aufeinanderstießen. Bevor die Skischaukel gebaut werden kann, ist die Herausnahme des Gebiets aus der strengsten Alpen-Schutzzone C notwendig (wir berichteten). Das Kabinett hat dies schon beschlossen – nun ist der Landtag am Zug.

Für den Landesvorsitzendes des Landesbunds für Vogelschutz, Norbert Schäffer, ist die Skischaukel ein Unding, weil er die Population von Birkhühnern gefährden würde. Das Riedberger Horn sei „keine unberührte Natur“, sagte er, aber „die Welt ist aus Sicht der Birkhühner noch in Ordnung“. Der Innsbrucker Peter Haßlacher, Vorsitzender des Naturschutz-Dachverbands Cipra Österreich, warnte vor der Schaffung eines Präzedenzfalls. In einer Studie hat Haßlacher zusammen mit anderen Autoren 19 Erschließungsprojekte in den bayerischen Alpen aufgelistet, die vor allem durch den Alpenplan verhindert wurden. So sollte zum Beispiel auf dem Hochgrat bei Oberstaufen einst ein Gipfelhotel entstehen, auf der Alpspitze bei Garmisch-Partenkirchen eine Großkabinen-Seilbahn, die dann 1973 nur bis zum vorgelagerten Osterfelder Kopf gebaut wurde. Haßlacher lobte den bayerischen Alpenplan als vorbildlich. In der Studie wird demgegenüber Österreich kritisiert – beispielsweise gebe es etwa in Kufstein/Kitzbühel keine sogenannten „Ruhegebiete“.

Für den Liftbau plädierte in der Anhörung der Präsident des Bauernverbands Schwaben, Alfred Enderle. Der Schutz der Kulturlandschaft habe bei den Landwirten einen „sehr hohen Stellenwert“, sagte Enderle, aber die Verbindung zweier Liftanlagen durch eine Bergbahn sei „kein Wahnsinns-Eingriff“. Ähnlich sah es auch Eric Beißwenger (CSU): Es gehe nur um die Verbindung zweier Bergbahnen – und diese hätten bislang „nichts zerstört“. Demgegenüber warnte Florian von Brunn (SPD) davor, den Alpenplan zum „Verbotsinstrument“ zu stilisieren. Er verhindere keine touristische Entwicklung, sonst hätten die Übernachtungszahlen in Balderschwang in der Vergangenheit nicht so wachsen können. Klaus Fischer, Geschäftsführer der Allgäuer Touristiker, warb für die Skischaukel. Trotz Klimawandels sei der Bau wirtschaftlich sinnvoll, da das Riedberger Horn schneesicher sei. Aus prinzipiellen Gründen gegen die Skischaukel war Rudi Erlacher, Vizepräsident des Deutschen Alpenvereins. Die Alpen seien „unter Druck“, das sehe man schon an der stetigen Vergrößerung der Wanderparkplätze.

Nach der Anhörung zeigten sich Vertreter von Naturschutzverbänden pessimistisch, ob ihre Appelle fruchten werden. Sie führen das auf den Einfluss des CSU-Fraktionschefs Thomas Kreuzer zurück, der in Kempten wohnt und die Allgäuer Skischaukel zu einem Herzensanliegen gemacht habe. Daher könne die CSU-Fraktion nicht – ähnlich wie jüngst beim Anbindegebot für Gewerbegebiete – den Plan noch korrigieren.

Der Kampf wird letztlich wohl vor Gericht ausgetragen – der Alpenverein hat schon angekündigt, dass er gegen die Änderung des Alpenplans klagen wird.

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