Gehen auf Nummer sicher: In Peißenberg haben sie in diesem Jahr schon viele Erfahrungen mit Starkregen gemacht. Vorsorglich sichern diese Bewohner ihr Gelände mit Sandsäcken. Foto: ruder

Regen und kein Ende

Unwetter in Bayern: "Fast schlimmer als am Katastrophen-Freitag"

  • schließen
  • Manuela Schauer
    Manuela Schauer
    schließen

München – Wieder vollgelaufene Keller und Tiefgaragen, wieder umgestürzte Bäume. Ein erneutes Sommer-Unwetter hat die Einsatzkräfte in Bayern beschäftigt, es gab hunderte Einsätze – einige davon in Oberbayern.

Die lang ersehnte Ruhe ist nicht in Sicht, nicht im Kreis Weilheim-Schongau. Starkregen hielt die Einsatzkräfte am Dienstagnachmittag auf Trab. Hohenpeißenbergs Bürgermeister Thomas Dorsch sagte: „Bei uns war’s fast schlimmer als an dem Katastrophen-Freitag.“ Damit meint er die Hangrutsche Anfang Juni. Diesmal liefen 50 Keller und Wohnungen voll. Dorsch rechnet mit bis zu 100 000 Euro Schaden.

Auch Polling erwischte es wieder. Der Tiefenbach, der vor einigen Wochen Teile des Orts überschwemmt hatte, stieg 35 Zentimeter über den normalen Stand. Das hieß: Meldestufe 3, großes Hochwasser. Die Mäharbeiten im Bachbett haben sich aber bezahlt gemacht. Die Pflanzen nehmen nun nicht mehr so viel Platz weg, das Wasser fließt besser ab.

Keller auspumpen im Akkord

Die Feuerwehr in Bad Bayersoien (Kreis Garmisch-Partenkirchen) hatte ebenfalls eine Menge zu tun. „Es hat eine Stunde Vollgas geregnet“, sagt Kommandant Franz Niggl. Er und seine Leute pumpten Keller im Akkord aus, besonders betroffen waren Häuser in Hanglage. Das Wasser verschwand aber ebenso schnell, wie es gekommen war.

In Puchheim (Kreis Fürstenfeldbruck) musste wegen des Regens sogar ein Supermarkt vorübergehend schließen. Auf seinem Flachdach hatte sich Regen gesammelt und war laut Polizei ins Innere des Gebäudes gelaufen. Dabei lösten sich Deckenplatten, verletzt wurde niemand.

Auch Franken und die Oberpfalz betroffen

In Erlangen mussten die Helfer 250 Mal ausrücken. Auch einige nördliche Stadtteile von Nürnberg waren von dem Unwetter in Mittelfranken betroffen. Zumeist hatte der Regen Keller und Unterführungen geflutet. In einer Gaststätte im Nürnberger Stadtteil Buchenbühl stand eine Kegelbahn zehn Zentimeter unter Wasser. Im Stadtteil Großgründlach schlug ein Blitz in eine als Naturdenkmal geschützte Eiche ein, der Baum fiel um.

Auch in der Oberpfalz mussten zahlreiche Keller und Unterführungen trockengelegt werden. Allein in Stadt und Landkreis Regensburg wurden die Wehren 185 Mal gerufen. In Kempten und dem Kreis Oberallgäu kam es zu Verkehrsunfällen wegen Aquaplanings – Autos gerieten in die Leitplanke und stießen ineinander. Auf der A 7 kam ein Wagen von der Straße ab und fuhr in die Böschung, der Fahrer wurde leicht verletzt. Wegen eines Murenabgangs mussten in Passau drei Wohnhäuser geräumt werden. Die Mure war zehn Meter breit. 

Welche Versicherungen im Unwetterfall greifen und sinnvoll sind, lesen Sie hier.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Starke Gewitter suchen Bayern heim - davor warnt der Wetterdienst
Schon am Montagabend zogen mehrere größere Gewitter über Bayern. Nun, zum Dienstagabend hin, wird die Lage wieder ähnlich brenzlich. Der Deutsche Wertterdienst warnt.
Starke Gewitter suchen Bayern heim - davor warnt der Wetterdienst
„Animal Hoarding“ in Bayern: Polizei findet tote und abgemagerte Hunde in Lagerhalle
Die Polizei hat in einer Lagerhalle nahe Augsburg einen grausigen Fund gemacht: Sie fanden zehn stark abgemagerte und verletzte Hunde - einer der Hunde war bereits tot. …
„Animal Hoarding“ in Bayern: Polizei findet tote und abgemagerte Hunde in Lagerhalle
Junge Männer werfen Steine und Paletten auf fahrende Autos: Das ist ihre irre Begründung
Zwei junge Männer im Alter von 16 und 19 Jahren sollen zahlreiche große Steine und Holzpaletten auf fahrende Autos, Lastwagen und einen Zug geworfen haben. Ein Beifahrer …
Junge Männer werfen Steine und Paletten auf fahrende Autos: Das ist ihre irre Begründung
Bei Schweinfurt: Dieb klaut ganzes Weizenfeld
Diebesfahrt mit schwerem Gerät: Ein Unbekannter hat im unterfränkischen Geldersheim (Landkreis Schweinfurt) ein Weizenfeld abgeerntet.
Bei Schweinfurt: Dieb klaut ganzes Weizenfeld

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.