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In Oberhausen kämpft die Feuerwehr gegen die Wassermassen.

Entwarnung in Polling

Unwetter in Bayern: Erneut Gewitter und Starkregen

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München - Erneut gab es in weiten Teilen Bayerns schweres Unwetter mit Gewitter und extremen Niederschlägen. Bäume stürzten um, Keller liefen voll. Hier können Sie den Ticker nachlesen:

  • Im Landkreis Weilheim-Schongau galt am Sonntag der Katastrophenfall (im Sprachgebrauch auch: Katastrophenalarm) - am Abend gab es Entwarnung.
  • Besonders betroffen sind die Orte Polling und Oberhausen, ebenso wie Peißenberg.
  • Das Landratsamt Weilheim-Schongau hat ein Bürgertelefon eingerichtet, das unter 0881/681-1100 erreichbar ist.
  • Auch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen waren Helfer im Einsatz, einige Straßen waren überflutet.

+++ Die CSU im Bundestag dringt für die Unterstützung von Hochwasseropfern in Bayern auf Hilfen des Bundes. CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt sagte: „Meine Position ist, dass wir die Menschen, die davon in wirklich dramatischer Weise betroffen sind, auch finanziell nicht alleine lassen, und deshalb werde ich dafür eintreten und kämpfen, dass wir auch von Bundesseite die Leistungen, die der Freistaat Bayern für diese Menschen erbringt, unterstützen und ergänzen wollen.“

+++ Gewitter mit Starkregen und Hagel haben am Montag erneut weite Teile Bayerns heimgesucht. Betroffen waren vor allem Nordbayern sowie Niederbayern. Vereinzelt liefen Keller voll, umgestürzte Bäume blockierten Straßen. Erst Mitte vergangener Woche waren bei Unwettern in Niederbayern sieben Menschen ums Leben gekommen. Es entstanden Schäden in Milliardenhöhe. Der Deutsche Wetterdienst hatte am Montag für weite Teile Nordbayerns amtliche Unwetterwarnungen herausgegeben. Größere Schäden wurden zunächst aber nicht bekannt.

+++ Die bei Touristen beliebten Thermalbäder in Niederbayern sind von der verheerenden Flutkatastrophe verschont geblieben. Die Thermalbäder Bad Füssing, Bad Griesbach und Bad Birnbach seien nicht betroffen, der Betrieb sämtlicher Thermen und Golfplätze „läuft ganz normal“, teilte der Tourismusverband Ostbayern am Montag mit. Auch die Anreise sei weitgehend problemlos.

+++ Eine aktuelle Zusammenfassung in Sachen Hochwasser und Unwetter in Bayern und Deutschland gibt's hier

+++ Münchens mobiles Warnsystem KATWARN war auch während der Unwetter der letzten Tage aktiv - rund 230 Mal. Wie viele Nachrichten so verschickt wurden

+++ Die bayerische Staatsregierung denkt über verpflichtende Versicherungen gegen Elementarschäden nach. „Es geht darum, ob wir nicht am Ende eine Pflichtversicherung gegen solche Klimaschäden für jeden machen“, sagte Finanzminister Markus Söder (CSU) am Montag in München. In den vergangenen Jahren habe man dies noch abgelehnt, doch hätten Aufrufe zur Eigenvorsorge nicht viel genützt. „Deswegen sollten wir darüber noch einmal eine Diskussion führen, ob es nicht vielleicht doch ein sinnvoller Weg sein könnte.“ Auch Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) kündigte an, man werde im Kabinett an diesem Dienstag darüber sprechen, „wie wir zu einer höheren Quote an Versicherten kommen“.

Neue Unwetterwarnungen für Bayern

+++ Besonders im Norden und Osten Bayerns müssen die Bürger ab Montagnachmittag mit erneuten Unwettern rechnen. Besonders heftige Gewitter mit Starkregen und größerem Hagel soll es laut Deutschem Wetterdienst in den Landkreisen Bad Kissingen, Kreis Kronach, Kreis und Stadt Bayreuth, Kreis Wunsiedel, Kreis Tirschenreuth, Kreis Regen, Kreis Straubing-Bogen und Stadt Straubing geben (Stand circa 15 Uhr). 

Bitte informieren Sie sich über aktuelle Wetterwarnungen in Ihrem Landkreis auf der Seite des DWD.

+++ Meteorologen geben nach wie vor keine Entwarnung für Bayern. Vor allem im Alpenvorland und im westlichen Franken könnte es laut Deutschem Wetterdienst ab den Mittagsstunden und am Abend wieder heftige Gewitter mit Starkregen und größerem Hagel geben.

+++ Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und Umweltministerin Ulrike Scharf (beide CSU) haben am Montag Polling und Peißenberg besucht - und staatliche Hilfen für die Opfer angekündigt. Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU) zeigte sich beeindruckt von der Hilfsbereitschaft vieler Bürger und vom Einsatz der Rettungskräfte.  

+++ Das Hochwasser im Landkreis Weilheim-Schongau hat einen Schaden von bis zu 15 Millionen angerichtet. Allein in der Gemeinde Polling würden die Schäden auf rund sieben Millionen Euro beziffert, sagte Hans Rehbehn vom Landratsamt in Weilheim am Montag. Auch in Peißenberg standen am Sonntag nach sintflutartigem Regen zahlreiche Keller unter Wasser. Nach einer ersten Behördenschätzung sind rund 100 Haushalte in dem oberbayerischen Landkreis vom Hochwasser geschädigt.

+++ Ist der Klimawandel schuld an den heftigen Gewittern? Das fragt die "Tagesschau" auf Twitter - und warnt vor "voreiligen Schlussfolgerungen".

+++ Die Milliardenschäden nach dem Hochwasser in Niederbayern werden sich nicht auf den Flutschutz für Erding auswirken. Dies versichert Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf dem Erdinger Anzeiger. Vor drei Jahren hatte sich in Erding ein Hochwasser-Drama abgespielt.

"Das Wetter kam schussartig"

+++  Nach der Flut kommen die Mücken: Mit einer vermehrten Belastung der Insekten müssen die Menschen in Bayerns Hochwassergebieten rechnen. Stehende Gewässer seien für Mücken ideal, da sie dort ihre Eier legen, sagte die Biologin dem Münchner Merkur. „Wenn ein Weibchen 80 bis 200 Eier pro Tag legt, können Sie sich vorstellen, was in zwei Wochen auf uns zukommt“, sagte Goris. Zusätzlich wirke das schwül-warme Wetter wie ein Katalysator und treibe die Entwicklung der Brut noch an. Ihr Tipp: Die Mücken mit Moskitonetzen aus der Wohnung fernhalten. Außerdem würde es helfen, mit parfümfreier Kosmetik gründlich zu duschen. „Schweißgeruch wirkt wie ein Magnet auf die Mücken“, verriet die Biologin. Auch Insektenabwehrmittel können helfen. „Darin enthalten sind Düfte, die die Mücken eklig finden“, sagte Goris dem Blatt. Goris ist auch Sprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung in Hamburg.

+++ Auch der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen blieb vom Starkregen nicht verschont. Zwar hatte das Unwetter bislang nicht so gravierende Folgen wie etwa in Weilheim-Schongau oder in Niederbayern, dennoch waren einige Feuerwehren am laufenden Band im Einsatz. „Das Wasser kam schussartig", erzählt so zum Beispiel Günter Stroka-Gerer vom Gasthaus Gerer im Münsinger Ortsteil Ammerland, dessen Hof komplett überschwemmt wurde. "Es hätte nicht viel gebraucht, und wir wären abgesoffen."

+++ Die Lage im Landkreis Weilheim-Schongau hat sich mittlerweile etwas entspannt. In einem eigenen Artikel können Sie noch mal nachlesen, wie aus den ersten überfluteten Straßen der Katastrophenfall wurde.

"Die Pumpaktionen wirken", so das Fazit von Einsatzleiter Anton Kappendobler am Sonntag.

+++ Im von den Regenfluten am stärksten betroffenen Polling geht am Abend das Wasser langsam zurück. Die Pumpen mit einer Kapazität von bis zu 15.000 Litern pro Minute werden die ganze Nacht durch laufen. „Wir müssen noch Keller auspumpen und schauen, dass wir das restliche Wasser wegbekommen", so Sprecher Hans Rehbehn. An die 45.000 Sandsäcke sind verbaut worden, auch um den Damm des Tiefenbachs zu stabilisieren.

+++ Der Schaden, den das Hochwasser besonders in Polling angerichtet hat, ist noch nicht bekannt. "Dazu können wir noch nichts sagen", so der Sprecher des Landratsamtes Weilheim-Schongau, Hans Rehbehn.

+++ "Gerade ziehen wieder dunkle Wolken auf", teilen uns die Kollegen aus Weilheim mit. Zwar ist in dort der Katastrophenfall aufgehoben, doch weiter regnen sollte es nicht - besonders in Polling. "Weiterhin Unterkante", so unser Reporter vor Ort. Die Lage im Ort bleibt also weiterhin angespannt.

Unwetter: Der Katastrophenfall ist aufgehoben

+++ Das Landratsamt Weilheim-Schongau hat am Sonntagabend den Katastrophenfall für das Gebiet rund um die Gemeinde Polling aufgehoben. „Die Pegel sind rückläufig“, sagte Sprecher Hans Rehbehn. Einsatzkräfte seien aber weiter vor Ort und pumpten Wasser ab. Bei heftigen Regenfällen waren vor allem in Polling Straßen überflutet worden und Keller vollgelaufen. Rund 100 Haushalte und Gewerbebetriebe sind betroffen. Die Schadenshöhe ist aber noch unklar.

+++ "Ihr seid SPITZE!" schreibt das Bürgerinfo Peißenberg auf seiner Facebook-Seite. 20.000 Sandsäcke haben die Helfer heute am Bauhof befüllt. Die Füll-Aktion ist beendet, es gibt genug Säcke.

+++ Geht das schon wieder los? Östlich von Augsburg herrscht bereits wieder die Warnstufe 3 des Deutschen Wetterdienstes. Dort rechnen die Meteorologen mit bis zu 35 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit. In einigen Teilen des Merkur-Verbreitungsgebiets warnt der DWD vor "markantem Wetter" (Stufe 2). 

+++ Die Bahnstrecke München-Mittenwald, die nach einem Murenabgang zwischen Polling und Huglfing gesperrt werden musste, ist wieder freigegeben. Auch diverse Straßen, darunter die Bundesstraße 472 zwischen Peißenberg und Oberhausen und eine der Zufahrtsstraßen nach Polling, die Staatsstraße 2057, sind nach einer vorübergehenden Sperrung wieder offen.

+++ Die Koordinatoren der Hilfe bitten darum, Anfrage nach Hilfe zentral abzugeben und nicht privat nach Helfern zu suchen. 

Tiefenbach in Polling stieg am Nachmittag weiter an

+++ Die Gefahr am Tiefenbach in Polling ist nicht gebannt. An einer Stelle stieg das Wasser auch am Nachmittag weiter an. „Jetzt helfen nur Sandsäcke und Pumpen“, sagte Helmut Stork, Sachgebietsleiter Katastrophenschutz im Landratsamt Weilheim-Schongau. Leistungsstarken Pumpen laufen „im Hochbetrieb“. In Peißenberg fürchteten die Behörden ein Anschwellen des Auerbachs.

+++ Die Kurzbilanz für Polling: Von den Überschwemmungen sind rund 50 Haushalte mit 500 Personen betroffen. Rund 700 Helfer waren am Sonntag im Einsatz. Mit Sandsäcken wurde der Tiefenbach stabilisiert.
 +++ Die Feuerwehr bittet darum, Hilfsangebote nicht mehr telefonisch zu vermelden, die Leitungen werden für die Einsatzkräfte benötigt, heißt es. Wer helfen möchte, kann sich an die frisch organisierte Facebook-Seite Peißenberg - Bürgerinfo richten. 

+++ Die Meteorologen geben noch keine Entwarnung. „Die kritische Wetterlage bleibt weiter bestehen“, meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD). Ein umfangreiches Tiefdruckgebiet mit feuchtwarmer Luft überdecke weite Teile Mitteleuropas. Örtlich seien weiter binnen kurzer Zeit bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter möglich. Es könne hageln und stürmen.

Unwetter: Helfer für Polling gesucht

+++ Die Lage in Polling entspannt sich zwar am Nachmittag ein wenig, der Katastrophenfall bleibt allerdings bestehen. 

Mit Sandsäcken sicherten die Helfer den Tiefenbach in Polling ab.

+++ „Wir haben immer wieder überflutete Straßen mit teilweisen Sperrungen“, schilderte Fabian Bernhardt, Polizeisprecher vom Polizeipräsidum Oberbayern Süd, die Lage im Oberland. „Von unserer Seite ist noch kein Einsatzende absehbar. Nach wie vor ist die Situation kritisch.“ Immer wieder schüttete es. Teils gingen örtlich sehr begrenzt heftige Schauer nieder. In Rosenheim habe noch die Sonne geschienen, als der Einsatz in Polling begann, sagte Bernhardt.

+++ Um den Damm des Tiefenbachs zu stabilisieren, schleppen Helfer am Nachmittag weiter Sandsäcke heran. 

+++ In Wolfratshausen ist der Berghang ins Rutschen geraten. Zu sehen in unserem aktuellen Artikelbild.

+++ Auch im Norden Oberbayerns hat es am Samstag starke Gewitter gegeben. Die meisten Einsätze vermeldet der Landkreis Erding. Dort hat ein Blitz einen Mann vor dem Fernseher getroffen.

+++ Helfer für Polling gesucht: 

+++ Laut Polizei wird die zwischen Peißenberg und Oberhausen/Huglfing gesperrte B472 in Kürze wieder freigegeben.

+++ Aus Miesbach, für das Warnstufe 2 gilt, melden unsere Kollegen: alle Pegel unter Meldestufe.

Viele Freiwillige helfen bei Übschwemmungen im Kreis Weilheim-Schongau

+++ "Hut ab und vielen Dank!" Peißenbergs Bürgermeisterin Manuela Vanni hat sich bei Radio Oberland zur Lage in der Marktgemeinde geäußert. Sie hofft, dass der Regen nachlassen möge - und bedankt sich bei den vielen Helferinnen und Helfern aus dem gesamten Landkreis, die versuchen, das Schlimmste abzuwenden.

+++ Ein Blick in den Landkreis Starnberg: Dort regnete es am Vormittag, allerdings kam es zunächst zu keinen Überschwemmungen. Unser Kollege Michael Stürzer hat bereits am Samstagabend ein Bild aufgenommen, das allerdings zeigt, dass die Wetterlage über Starnberg durchaus Richtung Gewitter tendiert. Die werden für den späten Nachmittag erwartet - teils mit Starkregen.

+++ Das Polizeipräsidiums Oberbayern Süd hat einen Tweet mit einem Hinweis an alle Betroffenen in den Hochwassergebieten abgesetzt:

+++ Gute Nachrichten gibt's von der Bahn: Die Streckensperrung zwischen Polling und Huglfing wurde aufgehoben, der Zugverkehr wird wieder aufgenommen. Allerdings ist mit Verzögerungen zu rechnen.

+++ Um 13 Uhr findet eine Pressekonferenz im Landratsamt in Weilheim statt.

+++ Die Kollegen vom Weilheimer Tagblatt berichten auch aktuell auf Facebook:

+++ Die B472 zwischen Peißenberg und Oberhausen ist laut dpa gesperrt. Ebenfalls die B2 bei Huglfing.

+++ Im Landkreis Weilheim-Schongau sind inzwischen betroffen: Polling, Oberhausen, Etting, Peißenberg, Huglfing und Eberfing.

+++ Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Wasserwacht seien mit rund 670 Mann im Einsatz, hieß es in Polling. Mit Hochleistungspumpen versuchen die Helfer, einen Dammbruch zu verhindern. Rund 10 000 Sandsäcke wurden angefordert.

Unwetter in Polling: Bewohner sind fassungslos

+++ Bei den Anwohnern in Polling herrscht Fassungslosigkeit. „Das ist ein ganz anderes Hochwasser, als wir es bisher kannten“, sagte Bürgermeisterin Felicitas Betz am Sonntag. „Ich bin seit sieben Uhr in der Früh hier auf den Beinen. Es hat die ganze Nacht durchgeregnet.“ Und auch der Geschäftsleiter der Gemeinde Walter Hildebrandt stellt nach dem schlimmen Unwetter fest: „So etwas habe ich seit 1979 nicht erlebt.“

+++ In Peißenberg werden Helfer gesucht:

+++ Bereits am Samstag kam es auf der A 95 zu insgesamt sechs Unfällen wegen des Regens: 

Gegen 14 Uhr ist ein Mann (34) aus Geretsried mit seinem Golf kurz nach der Anschlussstelle Seeshaupt im Gemeindebereich Münsing aufgrund Aquaplanings auf der rechten Fahrspur ins Schleudern geraten. Keiner der fünf Insassen wurde verletzt.

Fast zur gleichen Zeit kam ein 31-jähriger Penzberger im Gemeindebereich Berg ins Schleudern. Sein BMW drehte sich auf der linken Fahrspur zweimal um die eigene Achse und prallte gegen einen Baum. Der Mann wurde nicht verletzt.

Ein Mann (23) aus Wolfratshausen prallte gegen 15.15 Uhr mit seinem BMW Cabrio zwischen Wangen und Forstenried in die Mittelschutzplanke. Bei dem heftigen Anprall an der Schutzplanke zog er sich leichte Verletzungen zu. 

Zur gleichen Zeit prallte ein bisher unbekanntes Fahrzeug zwischen den Anschlussstellen München-Fürstenried und Kreuzhof in die Mittelschutzplanke.

Auch in den Abendstunden musste die Polizei nochmals zu zwei Unfällen ausrücken. Gegen 20.45 Uhr kam eine 23-jährige Frau aus Österreich im Bereich Münsing rechts von der Fahrbahn ab und prallte gegen die Leitplanke. 

Der letzte Unfall ereignete sich im Bereich Neuried. Ein Mann (37) aus dem Kreis Fürstenfeldbruck verlor hier die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte in die Mittelschutzplanke. 

Gesamtschaden aller Unfälle: laut Polizei rund 50.000 Euro.

+++ In Peißenberg wurde ein Sandsack-Depot eingerichtet. Bürger, die Sandsäcke benötigen, können sich dort eindecken.

Die Hochwasser-Lage am Sonntagmorgen

Kritisch bleibt die Lage im Landkreis Weilheim-Schongau, dort wurde am Sonntagmorgen Katastrophenalarm ausgelöst. Es handle sich um "ein größeres Schadensereignis unterhalb des Katastrophenfalls", hieß es gegenüber dem BR. Betroffen ist vor allem der Altlandkreis Weilheim: Nachdem am Freitag erneut Teile der Gemeinde Peißenberg unter Wasser standen und in Hohenpeißenberg ein Hang abgerutscht ist, stehen am Sonntag die Orte Oberhausen und Polling im Zentrum der Bemühungen der Helfer.

Bilder Oberhausen

Eine örtliche Einsatzleitung wurde eingerichtet. Angehörige sämtlicher Hilfsorganisationen wurden um Hilfe beim Füllen von Sandsäcken gebeten. In einigen Bereichen der betroffenen Gemeinden steht das Wasser inzwischen kniehoch.

Die Lage in Peißenberg hat sich derweil noch nicht entspannt. Die Gemeinde Peißenberg hat auf Facebook eine Info-Seite eingerichtet, auf der die Bürger Informationen finden. 

Bilder Peißenberg

Beeinträchtigungen gibt es auch bei der Bahn: Die Strecke München-Mittenwald musste am Sonntag wegen eines Murenabgangs bei Huglfing gesperrt werden, teilte ein Bahnsprecher mit. 

Auch der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen ist betroffen. Laut Polizeipräsidium Oberbayern Süd vor allem die Stadt Wolfratshausen, sowie Königsdorf. In beiden Orten stehen (Stand Sonntagvormittag) mehrere Straßen unter Wasser, mussten zwischenzeitlich gesperrt werden.

Die Staatsstraße 2072 zwischen Ascholding und Egling ist ebenfalls halbseitig vom Hochwasser betroffen. 

Bilder Wolfratshausen

So ist die Lage im Rest Oberbayerns

Im Landkreis Ebersberg führte ein unterspülter Hang bereits am Freitag zu einem Verkehrsunfall: Durch das Unwetter wurde ein Hang entlang der Kreisstraße EBE 14 so stark unterspült, dass sich Geröll und Schlamm lösten, die auf die Fahrbahn rutschten. Ein vorbeifahrendes Fahrzeug wurde von dem erodierten Untergrund erfasst und in den Straßengraben geschwemmt. Der BMW einer 39-jährigen Frau aus dem Landkreis Ebersberg, die mit ihren beiden 4 Jahre alten Zwillingen unterwegs war, wurde an der Front stark beschädigt. Verletzt wurde niemand. Die EBE 14 war stundenlang gesperrt.

Drei Einsätze meldet die Feuerwehr-Einsatzzentrale für den Landkreis München. Am Samstagabend wurden in Hofolding (Gemeinde Brunnthal) drei Straßen überflutet. In Taufkirchen wurde eine Fahrbahn überschwemmt. In Garching stand das Elektro-Festival "Schall im Schilf" offenbar wegen Gewittern kurz vor der Räumung. Dort hatten laut Feuerwehr rund 5000 Menschen am Samstagabend beim Open Air gefeiert. Ein großes Polizeiaufgebot war vor Ort. 

Unwetterwarnungen des DWD

Der Deutsche Wetterdienst hat seine Warnungen am Sonntagmorgen aktualisiert. Schwere Gewitter drohen demnach in den Kreisen Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen, Starnberg, Landsberg am Lech, Ober- und Ostallgäu. Für diese Landkreise gilt zudem die Warnung vor Starkregen und Warnstufe 2 (markantes Wetter).

Für das Münchner Umland, die Kreise Ebersberg, Erding, Freising, Dachau und Fürstenfeldbruck wird ebenfalls im Tagesverlauf mit teils schweren Gewittern gerechnet, allerdings soll kein Starkregen fallen, hier herrscht Warnstufe 1.

Alle Entwicklungen zum Unwetter in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz lesen Sie in unserem Ticker.

mit Material von dpa

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