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Thomas Berger mit dem Balken, der vom Blitz regelrecht weggesprengt wurde.

Schock im Berchtesgadener Land

Unwetter: Blitz schleudert diesen Wirt gegen Wand

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Berchtesgaden - Das Unwetter in der Nacht auf Dienstag hat im Berchtesgadener Land so dermaßen zugeschlagen, dass ein Wirt eine besonders leidvolle Erfahrung machte.

Da war erst dieser Irrsinns-Schepperer und schon flog Thomas Berger nach hinten, gut fünf Meter weit, wenn nicht mehr. Schließlich knallte er gegen eine Wand. Ein Blitz!

Montagabend hat ein Unwetter auch das Berchtesgadener Land heimgesucht, es schüttet so unglaublich, dass im benachbarten Salzburger Land einem Altbauern Angst und bange wird: „Ich lebe jetzt schon seit 70 Jahren hier, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt.“

Zur selben Zeit arbeitet Thomas Berger mit einem Handwerker an einem Neubau. Der Hotelier und Gastwirt besaß früher hier in Ainring auch einen Campingplatz, zurzeit werden auf dem Areal die beiden ersten von 24 geplanten Chalets der Luxusklasse fertiggestellt.

Die Zeit drängt, schon nächste Woche soll die Eröffnung sein. Berger, der im Berchtesgadener Land auch als singender Wirt bekannt ist: „Auf einmal fing es draußen dermaßen zu schütten an, und es wurde dunkel wie die Nacht. Und ich sag noch – rein mit den Sachen.“ Sein Mitarbeiter steht da am Schaltkasten und sortiert die Kabel. Und auf einmal tut es einen Duscherer, als schlüge eine Bombe ein. Berger wird weggeschleudert und findet sich an der anderen Stelle wieder. Ein Blitz hatte ins Dach eingeschlagen und dort einen Balken zu Spreißel zerfetzt – und war auch in den Mitarbeiter gefahren. „In die Schulter rein und am Zeh wieder raus.“ Feuer fing nichts.

Berger hat nur einen Riesenschrecken erlitten, sein Mitarbeiter ist ansprechbar, wo der Blitz eingefahren war, ist die Haut rot. Er kommt zur Beobachtung ins Reichenhaller Krankenhaus – wegen möglicher Herzprobleme, die ein Blitz verursachen kann. Einige Elektrogeräte haben den Geist aufgegeben.

Berger selbst arbeitete gestern schon wieder, er muss ja fertig werden. Allerdings ist ihm noch mulmig zumute, wenn er an den Blitz denkt. Gleichzeitig ist er dankbar: „Das war das größte Glück meines Lebens. Dort wo der Blitz rein ist, bin ich keine zehn Sekunden vorher drunter gestanden.“

Wegen des Unwetters mit sintflutartigem Regen hatten die Feuerwehren im Berchtesgadener Land eine anstrengende Nacht. Innerhalb weniger Minuten verwandelten sich Rinnsale zu Bächen, Windböen knickten Bäume um, Keller liefen voll. Und auch ein weiterer Blitz schlug in ein Gebäude ein – und zwar in den Zwiebelturm der Hilgerkapelle in Berchtesgaden. Die Konstruktion wurde gespalten, Trümmer flogen bis zu 50 Meter weit, der Turm geriet in Brand. Feuerwehrkräfte, die sich wegen eines umgestürzten Baumes in der Nähe aufhielten, waren schnell am Brandort. So wurde das Abbrennen des Kirchturms und der Kapelle verhindert. Dennoch dürfte der Schaden enorm sein.

Stunden später wurde die Oberpfalz und der Großraum Nürnberg von Unwettern heimgesucht. Ein Mann (50) aus Cham wurde verletzt, als er Schäden in seinem Garten beheben wollte und sich dabei schnitt. Innerhalb von zwei Stunden kam es in den Kreisen Cham, Schwandorf und Amberg zu 60 Notrufen. Auch der Großraum Nürnberg wurde am frühen Morgen von Schauern heimgesucht, örtlich kam es zu Überschwemmungen.

Entwarnung gibt es nicht – er sind weiter Gewitter angekündigt.

mc

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