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Blitzeinschläge, weggeschwemmte Autos

Schwere Verwüstungen nach heftigem Unwetter in Bayern

Würzburg - Bäche werden zu reißenden Strömen, Autos wie Spielzeug mitgerissen - ein Unwetter hat in Mittelfranken eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Flachslanden bei Ansbach und Obernzenn sind am schwersten betroffen.

Schwere Unwetter haben mehrere Orte in Bayern verwüstet. Besonders groß sind die Schäden nach Angaben von Polizei und Feuerwehr in Flachslanden und Obernzenn (Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim). Dort verwandelten sich in der Nacht zum Montag binnen kurzer Zeit schmale Bäche in reißende Flüsse und überfluteten viele Straßen und Keller, wie der Einsatzleiter Thomas Müller am frühen Montagmorgen berichtete. Erdrutsche blockierten Straßen. Verletzte habe es zum Glück nicht gegeben, sagte der Bürgermeister von Flachslanden, Hans Henninger.

Die größten Schäden registrierte die Feuerwehr im Flachslander Ortsteil Sondernohe. „Das ist ein Ort der Verwüstung“, berichtete ein Feuerwehrmann. Das von den Hängen herabschießende Wasser sei als breiter Strom durch den Ort gerauscht. Die Wassermassen hätten Autos mitgerissen, Verkehrsschilder seien wie Streichhölzer umgeknickt. „In dem Ort hat das Wasser in der Nacht zum Teil bis zu einem Meter hoch gestanden“, sagte der Feuerwehrmann. Im benachbarten Obernzenn, wo die Regenmassen die Zenn über die Ufer treten ließen, wurde neben vielen Häusern auch eine Turnhalle überschwemmt.

Berichten der Ansbacher Rettungsleitstelle, in Flachslanden seien einzelne Häuser einsturzgefährdet, widersprach Einsatzleiter Müller: Wahrscheinlich hätten einige Betroffene in ihren Notrufen ihre Lage dramatischer geschildert als sie tatsächlich gewesen sei. Trotzdem seien die Schäden in drei Ortsteilen von Flachslanden groß. Mehrere Zufahrtsstraßen seien nach Erdrutschen oder Verschmutzungen gesperrt worden. Der Schulbusverkehr wurde aus Sicherheitsgründen eingestellt. Die Kinder haben am Montag schulfrei.

Auch in Ansbach herrschte in einigen Stadtteilen in der Nacht zum Montag der Ausnahmezustand. Auch dort hatten Wassermassen und Hagel Gewässer über die Ufer treten lassen. Noch Stunden später erinnerten einzelne Hagelreste an den Straßenrändern an das Unwetter. Besonders kritisch war die Lage für den Besitzer eines am Hang gelegenen Hauses: Herabstürzende Wassermassen hatten dort einen Erdrutsch ausgelöst. Die Erdmassen drückten gegen die Hauswand. Ein Teil des Schlamms und Gerölls drang in den Keller des Hauses ein, berichtete ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken.

Bahnstrecke zwischen Würzburg und Ansbach gesperrt

Nach den schweren Unwettern in der Nacht zum Montag ist die Bahnstrecke zwischen Würzburg und Ansbach vorübergehend gesperrt. Die Gleise seien vom Regen unterspült worden, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Montag. Wann die Schäden beseitigt sein werden, war am Morgen noch nicht absehbar. Der Fernverkehr werde vorerst über Fürth umgeleitet und der Nahverkehr mit Bussen ersetzt.

Etwa 100 Unwetter-Einsätze in Unterfranken

Heftige Unwetter haben auch in Unterfranken gewütet. Die Polizei zählte am Sonntagabend und in der Nacht zum Montag etwa 100 Einsätze, unter anderem wegen zwei Blitzeinschlägen.

Das sagte ein Polizei-Sprecher am Montagmorgen. In Kolitzheim (Kreis Schweinfurt) ging vermutlich wegen eines Blitzeinschlags der Dachstuhl eines Einfamilienhauses in Flammen auf. Zwei Bewohner des Hauses konnten sich selbst in Sicherheit bringen. Der Schaden liegt bei etwa 200.000 Euro.

Lesen Sie hier, was Unwetter in Baden-Württemberg angerichtet haben. 

dpa

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