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Urlaub auf dem Bauernhof soll Burnout bekämpfen.

Mit der Mistgabel gegen Burnout

München - Der Bauernhof ist ein typisches Reiseziel von Familien mit Kindern. Eine Werbekampagne des Landesverbands „Urlaub auf dem Bauernhof“ soll ganz andere Urlaubertypen fürs Land begeistern.

Raus aus den teuren Lederschuhen, rein in die Gummistiefel. Nicht ins Büro gehen, sondern in den Stall. Statt Handy ans Ohr, ein Stockbrot ins Lagerfeuer halten: So könnten es bald viele Manager im Urlaub halten, wenn die Kampagne des bayerischen Landesverbands „Urlaub auf dem Bauernhof“ aufgeht, die gestern im Landwirtschaftsministerium in München vorgestellt wurde.

„Das beste Mittel gegen Burnout: Ausmisten“ oder „Bauernhof statt Dschungelcamp – Besseres Essen. Aber genauso viel Abenteuer“, lauten die flotten Sprüche, die neben Managern Singles oder junge Paare außerhalb der Schulferien in die Gästebetten zwischen Stall und Weide locken sollen. Dann, wenn das klassische Klientel ausbleibt: die Familien.

Die sind auch bisher die häufigsten Gäste auf dem Hof der Familie Spann in Au bei Irschenberg, Kreis Miesbach. „Die Kinder stehen früh auf, um mitzuhelfen. Die Eltern haben dann Zeit für sich“, erzählt Anna-Maria Spann, die mit fünf Geschwistern auf dem 40 Hektar großen Areal mit 60 Milchkühen, 250 Obstbäumen und Forstwirtschaft aufgewachsen ist. Seit 1996 bietet die Familie zudem professionell drei Ferienwohnungen an. „Davor haben oft Sommerfrischler in einem einfachen Zimmer im Hof geschlafen“, erinnert sich die 24-Jährige. Die meisten der heutigen Gäste kämen regelmäßig. Unter ihnen sogar eine Familie aus Spanien. „Es sind schon jetzt viele Ärzte und Rechtsanwälte dabei“, sagt Spann. Der Qualitätsanspruch sei hoch. Das Besondere sei die aktiv betriebene Landwirtschaft: „Wir brauchen keinen Masseur oder Wellnessbereich.“

Gerda Walser, Landesvorsitzende des über 1500 Anbieter starken Verbands „Urlaub auf dem Bauernhof“, kennt aber auch andere Beispiele: „Es gibt Höfe, die sich einzig auf den Tourismus spezialisieren. Die Gäste in den Ferienzeiten reichen nicht, um zu reinvestieren und das Angebot zu erweitern.“ Von der Kampagne ist Walser begeistert: Selbst aus Berlin – dort hängen die Plakate auch – habe sie bereits positive Resonanz erfahren.

Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner lobte die Aktion und ergänzte: „Wir haben auf den 5500 Bauernhöfen im Jahr so viele Übernachtungen wie Bayern Einwohner.“ Im Vorjahr sei die Zahl um vier Prozent auf 12,3 Millionen gestiegen.

Anna-Maria Spann urlaubt übrigens regelmäßig am Wörthersee. „Da ist es viel schöner zum Baden als im Meer. Wer braucht schon die blöden Wellen."

David Libossek

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