Viele Rätsel um die Todesfahrt des Landrats

Regen - Die Region rund um Regen steht auch einen Tag nach dem tödlichen Unfall des CSU-Landrats Heinz Wölfl unter Schock. Doch neben der Trauer gibt es viele Fragen um die Todesfahrt: Was geschah wirklich in der Nacht zum Mittwoch?

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Regener Landrat Wölfl tödlich verunglückt

Der 58-jährige Landrat war mit dem Auto seiner Tochter, einem Chevrolet Spark, auf der Straße zwischen Bodenmais und Großem Arbersee tödlich verunglückt. Frontal war er in einer Linkskurve geradeaus gegen einen Baum gerast – ungebremst. Der Kleinwagen streifte einen Baum, danach drehte sich das Fahrzeug und prallte mit der rechten Seite frontal gegen einen weiteren Baum. Wölfl starb noch an der Unfallstelle. Eine vorbeikommende Polizeistreife fand den angesehenen Politiker – doch jede Hilfe kam zu spät. Die genaue Unfallzeit ist bislang unklar. Der 58-Jährige war gegen 0.35 Uhr gefunden worden. Die Polizei vermutet, dass er mindestens 30 Minuten vorher verunglückt sein muss.

Nun rätselt die Polizei: Warum kam der CSU-Politiker von der Straße ab? Ist er eingeschlafen? Eindeutig ausschließen kann die Polizei nach einer Obduktion nur eine Herzattacke. Wölfl starb an seinen Verletzungen, die er beim Unfall erlitten hat. Einzig das Ergebnis der Blutuntersuchung steht noch aus. Erst in einer Woche soll feststehen, ob der Landrat zum Zeitpunkt des Unfalls alkoholisiert war.

Dennoch: Die Gerüchteküche in Regen brodelt bereits jetzt schon. Ist es möglich, dass der Landrat mit Absicht gegen den Baum gerast ist? Die Polizei will sich dazu nicht äußern. Man ermittle in alle Richtungen. Sicher sei nur, dass kein anderes Fahrzeug am Unfall beteiligt gewesen ist.

Das tragische Geschehen wirft in jedem Fall Fragen auf: Woher kam Heinz Wölfl − er saß allein im Auto − um diese Zeit und wo wollte er hin? Daheim hatte er sich laut Passauer Neue Presse normal verabschiedet, weil er noch auf einen Termin müsse. Doch wohin ihn sein Weg führte, ist unklar.

Auch die Unfallstelle gibt Rätsel auf. Der Weg, auf dem der 58-jährige Familienvater verunglückt ist, führt nicht nach Hause. Im Gegenteil, die Straße ist gute 15 Kilometer von seinem Haus entfernt. In Regen selbst spekulieren Bürger darüber, warum ausgerechnet eine Polizeistreife den Politiker im Unfallwagen gefunden hat. Gab es möglicherweise Hinweise? Dazu passt auch die SMS, die Heinz Wölfl kurz vor seinem Tod an seinen Sohn geschickt haben soll. Unbestätigten Berichten zufolge soll der Inhalt „zweideutig“ gewesen sein.

Andere Bekannte des Politikers hingegen sagen, Wölfl sei ein starker Mann gewesen: „Der hatte so viel Power, das passt nicht.“ Eine Antwort hat bislang keiner. Wölfls Ehefrau und seine drei Kinder (25,27,31) wollen nun im engsten Familienkreis Abschied nehmen.

AW

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