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Die gibt es noch öfter: ein kleiner Fuchs (li.) und ein Admiral nähren sich an einer Blüte.

Artenvielfalt in Gefahr

Die Ursachen des Insektensterbens - Landwirtschaft muss umsteuern

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Das bayerische Umweltministerium hält die Ursachen für das Insektensterben für weitgehend geklärt: Klimawandel, Flächenversiegelung und die intensive Landwirtschaft seien die wichtigsten Faktoren, heißt es in einer Antwort auf eine Anfrage der SPD.

München – Ob Apollofalter, das große und kleine Ochsenauge oder das Grün-Widderchen – viele Schmetterlingsarten sind in Bayern entweder schon ausgestorben oder aber stark gefährdet. Das bestätigen renommierte Forscher wie der Leiter der Schmetterlings-Forschungsabteilung bei der Zoologischen Staatssammlung, Axel Hausmann, oder auch der Biologe Josef Reichholf, der im Auftrag der Deutschen Wildtier Stiftung jüngst eine Studie erstellte (wir berichteten). Auch das bayerische Umweltministerium hält den Artenschwund für erwiesen. Zwar gebe es in Bayern noch über 3000 Schmetterlingsarten, heißt es in einer Antwort auf eine Landtags-Anfrage, die der SPD-Umweltpolitiker Florian von Brunn gestellt hatte und die unserer Zeitung vorliegt. Doch einzelne Untersuchungen zeigten den Rückgang – als Beispiel nennt das Ministerium die Langzeit-Zählung der Zoologische Staatssammlung für den Raum Regensburg, die nachweist, dass dort innerhalb von 175 Jahren 40 Prozent der Schmetterlingsarten verschwunden sind.

Die Ursachen stehen aus Ministeriumssicht weitgehend fest: „Zu nennen sind hier beispielhaft der Klimawandel, der Lebensraumverlust durch Versiegelung der Böden oder ein hoher Flächenverbrauch.“ Weiter heißt es: „Auch die intensive Landnutzung einschließlich des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln ist hierbei ein maßgeblicher Faktor.“ Im Gegensatz zum Bund Naturschutz, der den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat als Hauptursache ansieht, äußert sich das Umweltministerium hier vorsichtiger. „Zur fundierten Beurteilung des Rückgangs von Schmetterlingen in Zusammenhang mit dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln liegen zu wenige Daten vor“, heißt es in der Antwort auf die Landtags-Anfrage. Dies gelte auch für das Herbizid Glyphosat, das ja nicht unmittelbar Schmetterlinge oder Raupen töte, sondern deren Futterpflanzen.

Priorität misst das Ministerium dennoch dem Umsteuern bei der Landwirtschaft bei – einfach deshalb, weil auf ökologisch bewirtschafteten Äckern die Individuen- und Artenzahl „um ein Mehrfaches höher“ sei als in konventionellen Kulturen. O-Ton Christian Barth, Amtschef von Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU): „Dem ökologischen Landbau kommt beim Schutz der Biodiversität in der Agrarlandschaft eine tragende Rolle zu.“

Das aber, so sieht es der SPD-Experte von Brunn, sei ohne eine Änderung der Landwirtschaftspolitik nicht zu erreichen. Landwirte benötigten vernünftige Angebote, ihnen dürfe „kein Messer auf die Brust“ gesetzt werden, sagt von Brunn. In Anlehnung an einen Vorschlag von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) fordert er, Agrarsubventionen stärker ökologisch auszurichten und die EU-Fördermittel für die konventionelle Landwirtschaft, sogenannte Flächenprämien, umzuschichten.

Die Landwirte forderte von Brunn auf, stärker auf Biodiversität zu achten und auch andere Energiepflanzen als etwa Raps und Mais auszuprobieren – beispielsweise die wenig bekannte „durchwachsene Silphie“, die sich ebenso als Energiepflanze für Biogasanlagen eigne.

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