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Ein Tonbandgerät steht im Fall Herrmann weiter im Fokus.

Fall Herrmann: Tonbandgerät weiter im Fokus

Augsburg - Im Prozess um die tödliche Entführung von Ursula Herrmann hat eine Zeugin vor dem Landgericht Augsburg am Donnerstag das Tonbandgerät als Hauptbeweismittel eindeutig dem Angeklagten zugeordnet.

Sie habe das Gerät als Kind vor 28 Jahren in der Werkstatt des Beschuldigten gesehen und jetzt wiedererkannt. Das Gerät ist für die Staatsanwaltschaft Hauptbeweismittel gegen den Angeklagten. Gutachten haben ergeben, dass dieses Gerät wahrscheinlich bei den Erpresseranrufen in dem spektakulären Verbrechensfall im September 1981 eingesetzt wurde. Der Angeklagte dagegen behauptet, das Tonband 2007 auf einen Flohmarkt gekauft zu haben. Dafür waren trotz aufwändiger Nachforschungen keinerlei Beweise gefunden worden.

Der 59-Jährige ist gemeinsam mit seiner Frau wegen erpresserischen Menschenraubes mit Todesfolge angeklagt. Er soll im September 1981 die zehnjährige Ursula Herrmann bei Eching am Ammersee von ihrem roten Kinderfahrrad gerissen und in eine im Wald vergrabene Kiste gesperrt haben. Das Mädchen war kurz danach erstickt, aber erst 19 Tage später gefunden worden. In der Zwischenzeit waren bei Ursulas Eltern Erpresserbriefe mit der Forderung nach umgerechnet einer Million Euro Lösegeld und Erpresseranrufe mit dem Verkehrsfunksignal des Bayerischen Rundfunks eingegangen. Beide Angeklagten bestreiten die Tat.

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Vor Gericht wurde am Donnerstag ein Vernehmungsprotokoll eines gestorbenen Zeugen verlesen, wonach ein solches Tonbandgerät wie das beschlagnahmte bereits vor dem Entführungsfall im Besitz des Angeklagten gewesen sein soll. Dieser soll dem Jugendlichen damals mit einem UKW-Störsender und dem Tonbandgerät Manipulationen am Verkehrsfunk über ein Radio vorgeführt haben. Als ein Foto des beschlagnahmten Geräts in der Zeitung veröffentlicht worden war, hatte sich der Zeuge bei der Polizei gemeldet. Er will das Gerät wiedererkannt haben, mit dem der Beschuldigte ihm die Störsendermanipulationen demonstriert hatte.

Ein Gutachter von der Technischen Universität München sagte, technisch sei der Angeklagte zu solchen Manipulationen von seiner Sachkenntnis wie Geräte- Ausstattung in der Lage gewesen. Das ursprünglich bis Ende des Jahres anberaumte Verfahren wird sich erheblich verzögern. Ein Sprecher des Landgerichts sagte, man rechne mit einer Prozessdauer bis Mitte 2010.

dpa

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