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Einer der Angeklagten unterhält sich im Landgericht mit seiner Rechtsanwältin Petra Eßer.

Urteil im Kunstraub-Prozess

Baselitz-Diebe müssen für drei Jahre ins Gefängnis

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Insgeheim hatten die Hauptangeklagten wohl mit einem milderen Urteil gerechnet. Doch die Diebe, die Werke von Baselitz entwendeten, müssen jahrelang einsitzen.

Aschheim – Insgeheim hatten die beiden Hauptangeklagten wohl mit einem milderen Urteil gerechnet. Schließlich hatten die einst chaotischen Zustände im Lager in Aschheim (Kreis München) geradezu zum Stehlen animiert. Doch die Beute, die der 40-jährige Fahrer zwischen 2015 und 2016 aus der Halle geholt hatte, war mit einem Wert von 1,8 Millionen Euro dann doch zu hoch, als dass noch weitere Bewährungen möglich gewesen wären. Die Kunstwerke stammten größtenteils vom Maler und Bildhauer Georg Baselitz.

Zwei Expertinnen, eine betroffene Münchner Galeristin sowie die Geschäftsführerin des Auktionshauses Neumeister, Katrin Stoll, hatten am letzten Prozesstag dem Vorsitzenden Richter Gilbert Wolf den Marktwert der gestohlenen Kunstwerke erläutert. Unter den entwendeten Baselitz-Gemälden war das Bild „Der Maler“ mit 300.000 Euro sicher das wertvollste. „Das ist eine sehr schöne Arbeit aus den 60er-Jahren“, schwärmte Stoll. Bei dem Bild handelt es sich um ein Selbstporträt. Es ist das erste, auf dem Kopf stehende Werk – das Markenzeichen des heute 80-jährigen Künstlers.

Ob die Diebe, der 52-jährige Spediteur und dessen 36-jähriger Sohn, tatsächlich so viel Kunstverständnis besaßen, dass sie aus dem Lager exakt dieses und andere Werke wie Bruno II, einen auf dem Kopf stehenden Hund (Wert zwischen 150.000 und 200.000 Euro), herauszogen, ist fraglich. Aber ganz unwissend waren sie wohl nicht. Sonst hätte der Sohn des Spediteurs nicht den „Akt Elke“ geschreddert, den sich sein Vater ins Schlafzimmer gehängt hatte und der die Polizei sofort auf die Spur der Diebe gebracht hätte.

Nach Lagerumzug herrschte Durcheinander

Überhaupt war die Aufdeckung des Kunstraubs mehr der Verärgerung einer Galeristin zu verdanken, welche die Skulptur „Grenze W.“ von Tony Cragg in Aschheim eingelagert hatte. Nach einem Lagerumzug herrschte vor Ort ein wildes Durcheinander. Immer wieder mahnte die Frau den Chef an, das Lager zu sortieren. Schließlich schickte sie einen eigenen Mitarbeiter zur Inventur nach Aschheim. Da erst fiel auf, dass die Skulptur fehlte. Der Kurierfahrer hatte sie längst nach Leverkusen zum mitangeklagten Spediteur gebracht. Die Galeristin, die von den Baselitz-Diebstählen gehört hatte, wandte sich an die Kripo. Nun begann ein wahrer Kunstkrimi. Schließlich ortete der Aschheimer Lager-Chef das Stück in einer Kölner Halle. Gegen die Zahlung von einigen tausend Euro „Lösegeld“ kehrte „Grenze W.“ (geschätzter Wert zwischen 60 000 und 80 000 Euro) nach München zurück.

In ihrem letzten Wort vor der Urteilsverkündung entschuldigten sich die Angeklagten mehrfach. „Es tut mir sehr leid“, erklärte das Trio praktisch unisono. Der Fahrer verwies noch einmal auf sein Motiv. Er hatte die 30.000 Euro Lohn zur Finanzierung seiner Kokainsucht gebraucht. Zugunsten der Angeklagten wertete das Landgericht, dass nur ein Kunstwerk tatsächlich weiterverkauft werden konnte und ein bis heute verschwundenes Bild nicht nachweisbar von den Männern entwendet wurde.

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