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Urteil in Kempten: Elfeinhalb Jahre muss ein 49-Jähriger wegen schwerer Körperverletzung in Haft.

"Er wollte diesen Mann töten"

Kopfschuss aus Eifersucht: Elfeinhalb Jahre Haft

Kempten - Um den Nebenbuhler um seine Ex-Frau zu beseitigen, wollte ein Mann ihn vergangenen Sommer mit einem Kopfschuss hinrichten. Nun muss er elfeinhalb Jahre ins Gefängnis.

Wegen versuchten Mordes ist in Kempten 49 Jahre alter Mann zu elf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht sprach den Mann am Mittwoch zudem der schweren Körperverletzung, Bedrohung und Freiheitsberaubung schuldig. Im vergangenen Sommer hat er den früheren Freund seiner Ex-Frau in Kempten mit einem gezielten Schuss in den Kopf lebensgefährlich verletzt. „Er wollte diesen Mann töten und ist planvoll vorgegangen“, sagte der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung. Das 43-jährige Opfer wurde durch eine Notoperation gerettet, ist jedoch auf einem Auge dauerhaft blind und hat massive geistige Schäden davongetragen.

Nach dem Schuss nahm er seine Ex-Frau als Geisel

Es war am 8. Juli 2012, als der Angeklagte den Mordversuch unternahm. Dieses Datum hatte er bewusst gewählt: Die gemeinsame Tochter seiner Ex-Frau und des ihm bis zum Tattag unbekannten früheren Freundes der Frau feierte ihren fünften Geburtstag. Nachdem der Angeklagte den völlig arglosen Vater des Kindes in dessen Wohnung mit einem Schuss in die Stirn niedergestreckt hatte, fuhr er in die Wohnung seiner geschiedenen Ehefrau. Dort sperrte er sich während des Kindergeburtstages mit ihr und deren Mutter in der Küche ein und drohte, beide zu erschießen. In einem unbeobachteten Augenblick gelang es der Ex-Schwiegermutter, die Waffe an sich zu nehmen und aus dem geöffneten Fenster zu werfen. Danach gab der Angeklagte auf und ließ sich festnehmen.

Nach Überzeugung des Gerichts handelte der seelisch kranke Angeklagte aus Verzweiflung. „Er hatte das Gefühl, nutzlos zu sein“, sagte der Richter. Der Angeklagte hatte sich geständig gezeigt. Er habe sich selbst ebenfalls umbringen wollen, sagte er. Hintergrund sollen finanzielle Probleme gewesen sein, die er nach der Scheidung alleine zu bewältigen hatte. In seinem Schlusswort entschuldigte er sich bei den Geschädigten: „Ich habe einen schweren Fehler gemacht.“

dpa

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