Staatsregierung fürchtet die Folgen

US-Armee zieht Soldaten aus Franken ab

München - Die USA ziehen etwa 1600 Soldaten von den mittelfränkischen Standorten Ansbach und Illesheim ab. Die Staatsregierung befürchtet Auswirkungen auf Kaufkraft und Immobilienmarkt in der Region.

Die USA-Armee zieht etwa 1600 Soldaten von ihren Standorten in Ansbach-Katterbach und Illesheim ab. Es geht dabei um die Kampfhubschrauberbrigade sowie deren untergeordnete Einheiten. Die Staatsregierung kündigte umgehend Unterstützung für die betroffenen Kommunen an. „Eine Reduzierung der Truppenstärke in dieser Größenordnung ist nicht ohne Auswirkungen auf die regionale Kaufkraft und den regionalen Immobilienmarkt“, sagte Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU) am Donnerstag. Er zeigte sich dennoch erleichtert, dass die Standorte erhalten bleiben sollen und es bei den deutschen Zivilangestellten keinen nennenswerten Stellenabbau geben werde.

Positiv für die Anwohner, die immer wieder über Fluglärm klagten, könnte sich der Abzug zahlreicher Hubschrauber auswirken. Wie ein Sprecher der US-Armee sagte, sollen von den derzeit insgesamt etwa 110 Helikoptern in Deutschland - vor allem Black-Hawk- und Apache-Maschinen - noch rund 60 übrig bleiben.

Insgesamt wollen die USA ihre in Deutschland stationierten Truppen um 1900 Soldaten verringern - als Teil einer weltweiten Rationalisierung und Modernisierung ihrer Streitkräfte. 2850 Familienangehörige sind davon betroffen. Neben Mittelfranken geht es auch um Standorte in Wiesbaden und Stuttgart.

Nach Angaben der US-Armee soll der Abbau teilweise durch eine Rotation von Ausrüstung und Soldaten ausgeglichen werden. Diese „rotierenden“ Soldaten sollen jeweils für neun Monate an den Standorten bleiben. Sie sollen an größeren Übungen in Mittel- und Osteuropa teilnehmen und die Mission „Atlantic Resolve“ unterstützen. Mit dieser will die Nato der Ukraine sowie US-Verbündeten in der Region mit Blick auf Drohgebärden Russlands ihre Unterstützung zusichern. Die Amerikaner wollen die Pläne nicht als Signal für den militärischen Abzug der USA aus Europa verstanden wissen.

Derzeit leben und arbeiten in Ansbach und Illesheim (Landkreis Neustadt an der Aisch/Bad Windsheim) etwa 3000 US-Soldaten. Eine Einheit in Illesheim mit etwa 400 Soldaten soll nach Informationen des Bayerischen Rundfunks schon im September nach Alaska verlegt werden. Von Herbst 2016 an sollen dann noch rund 1000 Soldaten, einschließlich der Rotationskräfte, in Ansbach und Illesheim sein.

Ein Sprecher der Ansbacher Oberbürgermeisterin Carda Seidel (parteilos) sagte, derzeit seien die konkreten Auswirkungen des Truppenabzugs noch nicht abzusehen. Huber sagte, er habe bereits mit den betroffenen Bürgermeistern Kontakt aufgenommen und Hilfe angeboten. SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher forderte ein Sofortprogramm des Freistaats, mit dem die Kommunen unterstützt werden. „Dabei geht es um finanzielle Hilfen, um Beratung und um Unterstützung bei der zivilen Nutzung eventuell frei werdender Flächen und Gebäude.“

dpa

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