Razzia in Augsburg: Terrorverdacht gegen drei Männer

Razzia in Augsburg: Terrorverdacht gegen drei Männer
Sind seid 2013 ein Herz und eine Seele: Mathias Schwarz und Samantha Macias.

Zum Valentinstag

Wir erzählen Ihnen drei Geschichten von der Liebe

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München - Heute ist Valentinstag. Tag der Liebe, Tag der großen Gefühle. Doch worin liegt das Geheimnis für eine glückliche Beziehung? Drei Paare verraten uns ihr Erfolgsrezept und warum Liebe in Bayern tatsächlich durch den Magen geht.

Verliebt seit 1953.

Gesucht und gefunden: Seit über 60 Jahren sind Antonia Raßhofer, 85, und ihr Johann, 88, verheiratet. Noch heute schauen sie sich gerne das Hochzeitsfoto (Bild oben) an und schwelgen in schönen Erinnerungen.

Antonia Raßhofer hat sich auf einen Schlag verliebt. Wie ihr Johann anno 1953 in Wall auf dem Balkon saß, mit seinen strammen Wadln in der kurzen Hose. „Der dad mia scho gfallen“, hat sie gleich gedacht. Beruhte auf Gegenseitigkeit. Der junge Johann fand das hübsche, blonde Dirndl aus der Holledau, das gerade mit dem Milchwagen an seinem Elternhaus vorbeimarschierte, auch ziemlich fesch. Er hat sie schon öfter beobachtet – vom Giebelfenster aus. Irgendwann haben sie sich unterhalten. Der Blitz schlug sofort ein. Klassischer Fall: Liebe auf den ersten Blick. „Das war schon ganz arg“, erinnert sich Antonia Raßhofer, 85, heute. Johann Raßhofer, 88, sitzt neben ihr in der Stube. Er sagt: „Ich wollte nur sie haben.“

Mittlerweile ist das Ehepaar, das in Wall im Kreis Miesbach wohnt, seit über 60 Jahren verheiratet, hat drei Kinder und sieben Enkel. „Ich hab’s nie bereut“, sagt Antonia Raßhofer und streichelt ihrem Johann, der früher Schreiner war, über den Arm. Er auch nicht. Weil er ihr mitreißendes Lachen und ihren Humor so sehr liebt. „Und ihr Essen“, sagt er.

Johann Raßhofer legt die Hände auf sein „dickes Bauchi“, wie seine Frau prompt scherzt. „Die Antonia macht die besten Nudeln und Auszogenen“, schwärmt er. Sogar auf ihren Camping-Ausflügen nach Italien brutzelte es immer auf dem Herd. „Ich hab’ viel gekocht“, sagt Antonia. „Deshalb ist er mir nie davongelaufen.“ Klingt abgedroschen, aber bei den Raßhofers geht Liebe wirklich durch den Magen. Lieblingsgericht: Rohrnudeln.

Die Raßhofers haben heute extra die alten Hochzeitsfotos hervorgekramt. Darauf sieht man die junge Antonia im Dirndl, er trägt Anzug und Krawatte. Antonia Raßhofer nimmt das Foto in die Hand und sagt: „Damals war es schön – aber seitdem ist es immer schöner mit ihm geworden.“ Dann greift sie zur Schokolade, die auf dem Tisch steht. Auf der Packung abgebildet: ein Froschkönig. Sie schmunzelt: „Ich muss den nicht mehr küssen, ich hab’ meinen Prinzen gefunden.“

Hier in Wall hat die Herzdame ihren Herzbuben gefunden. Gerade deshalb missfiel Antonia Raßhofer, dass ihr Liebster so viel Zeit in der Werkstatt verbrachte. „Ich musste immer warten, bis er heim kommt.“ Aber Antonia hatte einen Trick, um näher bei ihm zu sein: Sie putzte einfach die Scheiben seiner Schreinerwerkstatt, sogar dann, wenn sie eigentlich sauber waren. Lieber gemeinsam arbeiten, als stundenlang alleine vor sich hinzuwurschteln.

Johann Raßhofer klopft auf ein Kissen. Es ist blau mit einem Stier drauf. Das ist ihr Sternzeichen. „Sie hat sich noch nie was gefallen lassen“, sagt er. Die direkte Art imponiert ihm. Er ist Widder. Auch zwei Hörner. Auweia. Da sind kleine Reibereien vorprogrammiert. „Wir sind beide sture Hund“, sagt Antonia. „Aber es gibt nichts Schöneres als sich zu versöhnen.“ Das ist es: Ihr Geheimnis der Liebe.

Larissa Bäck, 14, und Yannic Schwarze, 15, aus Murnau und Bad Kohlgrub. Verliebt seit drei Monaten und vier Tagen.

Seit drei Monaten und vier Tagen verliebt: Larissa und Yannic.

Es war auf der Tischtennisplatte auf dem Schulhof in Murnau, da haben sie sich zum ersten Mal geküsst. Später Nachmittag, gleich nach dem Unterricht. „Da hab’ ich die Welt um mich herum vergessen“, sagt Larissa Bäck, 14. Sie ist immer noch ein bisschen durch den Wind, wenn sie an diesen Tag heute vor genau drei Monaten und vier Tagen denkt. Ihr erster Kuss mit Yannic, 15. „Es war der romantischste Moment in meinem Leben“, sagt Larissa. Auf der Wiese daneben standen drei Esel und machten lautstarke Geräusche. Aber das hörten die beiden gar nicht. Kein Blatt passt seitdem mehr zwischen die Turteltauben aus der 9b. Beide gehen in die gleiche Klasse, in manchen Fächern sitzen sie sogar nebeneinander. „Manchmal“, sagt Yannic Schwarze, „kann ich mich gar nicht mehr auf den Unterricht konzentrieren.“

Die Teenager haben ein Ritual. Am „Monatstag“ beschenken sie sich – als Zeichen ihrer Zuneigung. Ein Geschenk hat Yannic beeindruckt: Das Büchlein, in das Larissa Liebessprüche geschrieben hat. Er soll es vervollständigen – er soll auch Liebessprüche reinschreiben. Liebe kann ganz schön verrückt sein. „Das war so unglaublich süß“, sagt er. Die beiden wissen genau, wie sie dem anderen eine Freude machen – mit Geschenken natürlich. Ein Glasherz mit eingraviertem Foto, Flaschenpost samt Liebesbrief, solche Sachen. Einmal hat sie ihm sogar ein älteres Kissen von ihr geschenkt. Damit er immer ein Stück von ihr bei sich hat. Herrje, ist das romantisch. Grad schön.

Nur einmal, da hat sich die sonst eher schüchterne Larissa einen kleinen Seitenhieb erlaubt. Sie besorgte für Yannic eine Tasse. Darauf stand: „Das Geheimnis einer guten Beziehung liegt in vier Worten: Du hast Recht, Schatz.“

Noch ist die Welt in rosa Farben getaucht, aber Yannic, der in Bad Kohlgrub wohnt, räumt ein: „Ja, okay, das Sagen hat sie.“ Larissa nickt zufrieden. Als Belohnung küsst sie ihn auf die Wange. Sieht nach klarer Rollenverteilung aus. Doch die Kunst der Liebe besteht aus dem gemeinsamen Glück. Das wissen beide genau.

Wenn sie Latte Macciato trinken, dann nehmen sie immer nur eine Tasse – sie schlürft den Milchschaum, er trinkt den Kaffee. Ungerecht? Nein, perfekt. Larissa hasst Kaffee. „Er schafft es immer wieder, mich zu verzaubern“, sagt sie. „Wenn er mit seiner sanften Stimme spricht, schmelze ich einfach dahin.“ Ihre Bäckchen röten sich. Und Yannic? „Ich liebe einfach alles an ihr.“ Dafür kriegt er noch ein Bussi.

Verliebt seit Juli 2013.

Mathias Schwarz, 26, kommt plötzlich eine Idee: „Pack’ den Wein und den Bikini ein“, sagt er zu Samantha Macias. „Wir fahren zum Baden an den Starnberger See.“ Zuvor haben sie im Glockenbachviertel Wein getrunken. Damals kennen sie sich erst ein paar Wochen. Samantha sagt: Bin dabei. Eine halbe Stunde später hüpft sie ins Wasser. Spontan war sie schon immer. Doch was macht Mathias denn da? Sie traut ihren Augen kaum. Er posiert am Ufer: die braunen Haare zurückstreichen und Brust raus. Die volle Angebernummer. „Wie bei Baywatch“, denkt sich die gebürtige Mexikanerin. Aber sie denkt auch: ganz schon verrückt und amüsant, der Kerl.

Es ist eine magische Nacht. Nach dem Baden wickelt er sie ins Handtuch. Sie kuschelt sich an ihn. Stundenlang sitzen sie so auf dem Steg. „Da sind bei uns die Funken geflogen“, erzählt Mathias Schwarz heute, gut eineinhalb Jahre später. Kitschig? Klar. Romantisch? Logo. Es ist der Beginn ihrer Beziehung.

Doch schon bald müssen sie zwei Bewährungsproben bestehen: Sie geht zurück nach Mexiko, zwar nur einen Monat, aber alleine. Er macht eine Weltreise, die er schon lange gebucht hat. Sie dauert achteinhalb Monate. Heute sagt er: „Das war der dümmste Zeitpunkt dafür.“ Hält die Beziehung das aus? Puh, schwierig. Aber dann fliegt Samantha ihm hinterher. Sie trifft ihn in Istanbul, fliegt wieder heim. Ein paar Wochen später fliegt sie auf die Phillipinen. Sie erkennt ihn kaum wieder. Wuschelhaare, Bart, zwei neue Tattoos. „Aber sonst ist er der Gleiche geblieben“, sagt sie. Genau der verrückte liebenswerte Kerl, in den sie sich vor seiner Weltreise verliebt hat. Es hört sich schräg an, aber die Trennung hat beide nur noch mehr zusammengeschweißt. Nach der Weltreise verbringen sie ein halbes Jahr lang jede einzelne Minute miteinander. Treffen sich selten mit Freunden, gehen kaum außer Haus und holen die verlorene Zeit nach.

Er arbeitet als Elektrotechniker in Bad Bayersoien, sie als Finanzassistentin in München. Entfernung: 85 Kilometer. Ein Klacks. Da haben sie schon Schlimmeres durchgemacht. Aber gerade suchen sie schon eine gemeinsame Wohnung. 85 Kilometer Entfernung sind okay. Null Kilometer sind definitiv besser.

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