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Findelkind Christian, der in dieser Kirchenkrippe abgelegt wurde, liegt noch immer im Krankenhaus. Die Behörden suchen nun nach seinem Vater.

Vater von "Krippenkind" Christian gesucht

Pöttmes/Aichach-Friedberg - Die Behörden suchen nach dem Vater des in einer Kirchenkrippe im schwäbischen Pöttmes abgelegten Findelkindes Christian.

"Wir versuchen, den Vater zu kontaktieren. Möglicherweise hat auch er das Sorgerecht für den Kleinen", sagte der Leiter des zuständigen Jugendamtes Aichach-Friedberg, Eberhard Krug, am Freitag. Sollten die Angaben der Mutter stimmen und sie mit dem Kindsvater verheiratet sein, könne er das Sorgerecht in Anspruch nehmen. Der Mann habe von der Schwangerschaft gewusst, bislang habe man ihn nicht erreichen können.

Der kleine Christian befinde sich immer noch im Krankenhaus. "Möglicherweise ist er nicht ganz gesund. Er muss noch untersucht werden", sagte Krug. Einen abschließenden Bericht der Ärzte gebe es noch nicht. Mit dem Aussetzen habe die mögliche Krankheit aber nichts zu tun. "Wenn, dann ist sie genetisch bedingt." Die 38 Jahre alte Mutter, die den Säugling am vergangenen Dienstag kurz nach der Geburt in die Weihnachtskrippe der Kirche St. Peter und Paul in Pöttmes gelegt hatte, habe das Baby inzwischen wieder gesehen und auch auf den Arm genommen. "Sie neigt dazu, das Kind zu behalten, will aber immer noch, dass es vorerst in einer Pflegefamilie untergebracht wird", sagte Krug. Sie fühle sich mit dem Kind überfordert.

Das Jugendamt habe das Vormundschaftsgericht nicht eingeschaltet. Trotzdem wolle man genau überlegen, ob und wann Kind und Mutter wieder zusammengeführt werden. Das Kind müsse geschützt werden. "Man darf sich nicht nur von Gefühlen und Weihnachten tragen lassen", sagte Krug. "Man darf nicht vergessen, was passiert wäre, wenn niemand das Kind gefunden hätte. Es hätte auch sterben können." Der Pfarrer der Kirche hatte den unterkühlten Buben nach kurzer Zeit in der Krippe gefunden und den Notarzt gerufen.

dpa

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