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Der Vater der verhungerten Sarah hat eine umfangreiche Aussage gemacht.

Vater der verhungerten Sarah vernommen

Nürnberg - Der Vater der verhungerten Sarah (3) aus Thalmässing hat eine umfangreiche Aussage gemacht. Das Mädchen war wegen Unterernährung im Krankenhaus gestorben.

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Vater von verhungerter Sarah will aussagen

Der Vater der verhungerten dreijährigen Sarah hat sich erstmals seit dem Tod seiner Tochter zu den Familienverhältnissen geäußert. Bei einer Vernehmung habe der 29- Jährige auch die Entwicklung des Mädchens geschildert, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth, Thomas Koch, am Donnerstag. “Es ist eine sehr umfangreiche Aussage gemacht worden.“

Einzelheiten nannte der Sprecher nicht. Der in Untersuchungshaft sitzende Mann sei am Mittwoch rund fünf Stunden lang von den Ermittlern befragt worden.

Die Staatsanwaltschaft werde die Angaben des Vaters nun überprüfen, sagte Koch. "Dann muss man versuchen, sich ein Bild zu machen, wie es dazu kommen konnte." Auch die Ermittlungen im Umfeld der Familie dauerten derzeit an. "Alle Personen, die in irgendeiner Art von Beziehung zur Familie standen, müssen angehört werden", sagte Koch.

Die 26 Jahre alte Mutter von Sarah sei dagegen noch immer nicht vernehmungsfähig. Sie liegt den Angaben zufolge weiterhin mit einer schweren Erkrankung in einem Krankenhaus. Die Mutter hatte wegen der Erkrankung in den vergangenen Monaten stark abgenommen, hatten Nachbarn berichtet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen beide Elternteile wegen gemeinschaftlichen Totschlags durch Unterlassung.

„Ich packe diese Geschichte immer noch nicht“

Auch im zuständigen Kreisjugendamt in Roth kann mehr als eine Woche nach Sarahs Tod noch niemand sagen, wie es zu der Tragödie kam. Ein Mitarbeiter der Behörde hatte die Familie zuletzt im November 2008 in deren Wohnung in Thalmässing aufgesucht: "Die Familie muss in den nachfolgenden Monaten total abgestürzt sein", sagte der Leiter des Jugendamtes, Manfred Korth. "Ich packe diese Geschichte noch immer nicht", zeigt sich der Mann bestürzt. Er habe keine Chance gehabt, frühzeitig einzugreifen, weil keine Hinweise an das Jugendamt herangetragen worden seien.

Den vierjährigen Bruder der kleinen Sarah hatte das Jugendamt nach dem Tod des dreijährigen Mädchens vorübergehend bei den Eltern des 29-jährigen Vaters untergebracht. Inzwischen würden die Großeltern nach Angaben Korths gerne das Sorgerecht für den Jungen übernehmen: "Das Signal seitens der Großeltern ist deutlich." Es sei aber zu früh, jetzt schon eine Entscheidung zu treffen. "Das muss mit Ruhe angeschaut werden", sagte Korth. Generell sollten auch weitere Möglichkeiten geprüft werden, beispielsweise die Unterbringung des Vierjährigen in einer Familie mit Kindern.

dpa

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