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Ein Kinderauto neben dem Haus in Thalmässing.

Vater von verhungerter Sarah will aussagen

Thalmässing/Nürnberg - Der in Untersuchungshaft sitzende Vater der verhungerten Sarah aus Thalmässing (Landkreis Roth) will aussagen.

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"Es ist für diese Woche ein Vernehmungstermin vorgesehen", bestätigte Justizsprecher Thomas Koch am Montag in Nürnberg. Es sei aber unklar, ob die Angaben des 29-Jährigen bei der Aufklärung der Tragödie weiterhelfen. Die Ermittlungen im Umfeld der zurückgezogen lebenden Familie seien schwierig, erläuterte Koch. "Wir haben einen Fall, der im privaten Bereich stattgefunden hat, wo aber Vater und Mutter bislang nicht aussagen wollten oder konnten." Die 26 Jahre alte Mutter der verhungerten Dreijährigen liegt derzeit mit einer schweren Erkrankung in einer Klinik.

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Nachdem Sarah am Montag vor einer Woche in einem Nürnberger Krankenhaus an Unterernährung gestorben war, hatte die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen Totschlags durch Unterlassung gegen die Eltern erlassen. Aufgrund der Obduktionsergebnisse geht die Anklage davon aus, dass das Kind über längere Zeit wenig oder gar nichts zu essen bekam. Die Eltern hatten zuletzt wegen des bedrohlichen Gesundheitszustands des Kindes einen Notarzt gerufen; die Kleine war jedoch nicht mehr zu retten.

Bei einer Trauerfeier hatten am Wochenende in Thalmässing rund 250 Menschen des Opfers gedacht. Die Tragödie um das kleine Mädchen hatte den 5300-Einwohner-Ort schwer erschüttert. Trauergäste stellten am Sonntag Kerzen und Teddybären vor dem Haus des Mädchens auf. Wie Sarahs Vater auf den Tod und die Beerdigung seines jüngsten Kindes reagierte, wollte der Anwalt des Mannes nicht kommentieren.

dpa

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