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Riesiges Angebot, mangelnde Kenzeichnung: Verbraucherschützer krtitisieren, dass in Bayern zu wenig Lebensmittelkontrollen stattfinden.

Verbraucherschützer verlangen mehr Lebensmittelkontrollen

München/Memmingen - In Bayern gibt es nach Ansicht von Verbraucherschützern zu wenig Lebensmittelkontrolleure. Vor allem bei der Kennzeichnung von Essen im Handel wären mehr Fachkräfte nötig, um die Mängel zu beanstanden.

“Die Kontrolleure, die es gibt, sind verplant. Die müssen sich um gesundheitliche Gefahren kümmern. Da ist nicht mehr viel Luft für anderes“, sagte Susanne Moritz, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Bayern in München, der Nachrichtenagentur dpa im Vorfeld einer Tagung der bayerischen Lebensmittelkontrolleure an diesem Freitag in Memmingen. Aus Sicht der Verbraucherschützer wäre es nötig, dass auch die Einhaltung der vorgeschriebenen Grundpreisangaben in den Supermärkten und die Angaben über die Zusammensetzung von Lebensmitteln häufiger kontrolliert würden.

Die Kontrollen nehmen allerdings von Jahr zu Jahr ab, wie der Vorsitzende der Lebensmittelkontrolleure, Michael Förtsch, der “Allgäuer Zeitung“ (Donnerstag) sagte. Dies sei auf den zunehmenden Bürokratismus zurückzuführen. “Lediglich 50 Prozent der Arbeit eines Kontrolleurs machen noch Kontrollen aus, den Rest vorwiegend die Dokumentation. Jeder Kontrolleur macht im Schnitt 80 Kontrollen pro Jahr weniger als noch 2001. Das ist verheerend“, sagte Förtsch der Zeitung.

Aus Sicht der Verbraucherschützer bleiben dabei Kennzeichnungsmängel auf der Strecke. So seien Preisschilder oft nicht vergleichbar. Die Grundpreise, zum Beispiel pro 100 Gramm oder pro Kilo, seien aber für einen Vergleich wichtig, sagte Moritz. “Natürlich wird man nicht krank, wenn diese Angaben fehlen. Aber sie sind verbraucherfreundlich. Deshalb würden wir uns wünschen, dass die Lebensmittelkontrolleure in dieser Richtung mehr tätig wären.“

Auch andere Kennzeichnungsmängel würden nicht erkannt, etwa bei imitierten Lebensmitteln, sagte Moritz. “Schinken, der aus Fleischresten zusammengeklebt ist, nennt sich Formfleisch-Schinken. Und wenn eine Pizza damit belegt ist, muss das auf der Speisekarte draufstehen.“ Es sei Aufgabe der Kontrolleure, diese Kennzeichnung zu überprüfen. dpa

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