Verdacht auf Radikalisierung: Vierfach-Mama verhaftet 

Nürnberg - Schon einmal wurde gegen eine Mutter wegen mutmaßlicher Staatsgefährdung ermittelt. Zuerst wurde das Verfahren eingestellt, nun geht es eventuell von vorn los.

Die Nürnberger Staatsanwaltschaft prüft, ob sie erneut gegen eine vierfache Mutter wegen Verdachts auf Radikalisierung ermitteln wird. Die heute 40-jährige Deutsche sei 2014 mit ihren vier Kindern in die Türkei ausgereist, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Dienstag und bestätigte Medienberichte. Damals sei ein Ermittlungsverfahren wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat eingeleitet worden. Dies sei aber wegen Mangels an Beweisen eingestellt worden.

Im November 2016 reiste die Mutter den Angaben zufolge wieder in Frankfurt ein. Dabei sei sie verhaftet worden, weil sie einige Geldstrafen wegen Diebstahls und Betrugs nicht gezahlt hatte. Die Ersatzfreiheitsstrafe sitze sie gerade in Nürnberg ab. Nun ermittle die Staatsanwaltschaft auch wegen Entziehung Minderjähriger bei drei der vier Kinder, für die sie gemeinsames Sorgerecht habe.

Außerdem prüfe die Staatsanwaltschaft, ob sie die Ermittlungen wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat wieder aufnehmen werde. Dies geschehe in Hinblick auf ein arabisches Interview, von dem die „Bild“-Zeitung berichtet hatte. Darin soll die Mutter gesagt haben, unter anderem an Kampfhandlungen für die Terrormiliz Islamischer Staat beteiligt gewesen zu sein. Der Staatsanwaltschaft zufolge bestreitet die 40-Jährige aber derzeit, sich dem IS oder einer anderen Terrorgruppe angeschlossen zu haben.

dpa/lby

Rubriklistenbild: © dpa

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