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Kita-Streik zum Weltfrauentag: Kinder in Bayern stehen vor verschlossenen Türen

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Von: Magdalena von Zumbusch

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Im Streik um höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen sind ab dem 8. März in den kommenden Wochen viele Kitas geschlossen. Eine erst Demonstration findet in München ebenfalls am 8.März auf dem Königsplatz statt.
Am Weltfrauentag haben Kita-Angestellte in ganz Bayern gestreikt. © Jan Woitas/dpa

Zum heutigen Weltfrauentag: Die Gewerkschaften Verdi und GEW riefen bundesweit zum Streik auf. Bayernweit standen viele Eltern mit ihren Kindern vor verschlossenen Türen.

München – Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und speziell die Bildungsberufe vertretende GEW fordern bessere Bezahlung für Sozial- und Erziehungsberufe. Außerdem fordern sie eine Verbesserung der durch die Corona-Pandemie* noch verschlechterten Arbeitsbedingungen und Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel. Der Streik soll während der kommenden Wochen weitergeführt werden, so Verdi.

Betroffen sind nicht nur Kitas. Daneben wurden auch Erzieher und Erzieherinnen in Horten, an offenen Ganztagsschulen, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen in Jugendzentren, in der Schulsozialarbeit und im allgemeinen Sozialdienst zum Streik aufgerufen.

Verdi ruft zum Streik in Kitas auf: Tarifverhandlungen bisher enttäuschend

Verdi wirft kommunalen Arbeitgebern mangelndes Entgegenkommen bei den aktuell laufenden Tarifgesprächen vor. Am vergangenen Freitag waren beide Seiten zusammengekommen, zwei weitere Gesprächsrunden sind geplant. Weiterverhandelt wird am 21. und 22. März.

Die Enttäuschung auf der Arbeitnehmerseite über die bisherigen Verhandlungen ist groß. In den fünf Verhandlungsrunden am vergangenen Freitag wurde laut Verdi von der Arbeitgeberseite kein einziges Angebot vorgelegt.

Angesichts dessen, was durch Corona zusätzlich geleistet werden musste, hatte man sich mehr Entgegenkommen erhofft. „Nach zwei Jahren besonderer Herausforderungen durch die Pandemie fühlen die Betroffenen sich im Regen stehen gelassen“, so bewertet die Verdi-Vize-Chefin Christine Behle den Gemütszustand der 330.000 Beschäftigten.

Mehr Anerkennung auch eine Frage der Gleichberechtigung

In den sozialen Berufen sind nach vom Stern recherchierten Zahlen insgesamt rund 83 Prozent Frauen tätig, bei den Erzieherinnen in Kitas sogar 94 Prozent. Um deutlich zu machen, dass es somit auch um Gleichberechtigung geht, wurde der Streik auf den heutigen 8. März – den Weltfrauentag – gelegt.

Mit einem verhandlungsfähigen Angebot hätte die Arbeitgeberseite in der Hand, den Streit jederzeit zu beenden, so Christine Behle von Verdi. Nach Ansicht der Arbeitgeberseite ist der Streik verfrüht: Die Verhandlungen stünden erst am Anfang, bringt die Verhandlungsführerin der Arbeitgeberseite, die SPD-Politikerin Karin Welge, vor. Aber auch die Berechtigung der Forderungen an sich wird angezweifelt: Erzieher/innen seien „bereits heute die Spitzenverdiener im Vergleich zu anderen Berufsgruppen mit vergleichbarer Ausbildung im öffentlichen Dienst“.

Kundgebung heute um 16 Uhr am Königsplatz in München

Die Jugendämter fordern daher Eltern bayernweit dazu auf, sich für den heutigen Tag eine alternative Betreuung zu organisieren. Kinder, die in Begleitung ihrer Erziehungsberechtigten in eine der bestreikten Kitas kommen, würden mit Hinweis auf den Warnstreik abgewiesen. Wenn Kinder ohne ihre Erziehungsberechtigten in eine bestreikte Einrichtung kommen, werden sie vorübergehend beaufsichtigt, die Erziehungsberechtigten werden allerdings aufgefordert, diese umgehend abzuholen. Im Notfall würden die Kinder von Fachkräften aus einer Notdiensteinrichtung oder einer nicht bestreikten Kita abgeholt und dort bis zu ihrer Abholung beaufsichtigt.

Am Dienstagnachmittag, um 16 Uhr, findet dann eine Kundgebung auf dem Münchner Königsplatz statt, zu der Verdi alle Betroffenen und Interessierten in München einlädt. Ähnliche Veranstaltungen und Protestaktionen finden auch in Nürnberg und Regensburg* statt. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Im Rahmen des Weltfrauentags haben sich auch prominente Frauen zu Wort gemeldet. Die Aussagen von Gloria-Sophie Burkandt*, der Tochter von Ministerpräsident Markus Söder (CSU), sind jedoch fragwürdig.

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