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Wer steckt hinter dem Messeranschlag auf Alois Mannichl ? (Archivbild)

Verfassungsschutz nach Mannichl-Anschlag ohne Spur

Berlin - Im Fall des Mordversuchs am Passauer Polizeichef Alois Mannichl liegen dem Verfassungsschutz keine Erkenntnisse für eine rechtsextremistische Tat vor. "Hätten wir Hinweise, würden wir diese sofort weiterleiten. Das ist bisher nicht der Fall."

Dies sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Heinz Fromm, der Zeitung "Die Welt" (Samstag). Der derzeitige Ermittlungsstand erlaube aber noch keine abschließende Bewertung.

Mannichl wies derweil Spekulationen um den Hintergrund des Verbrechens zurück. In der Münchner "Abendzeitung" (Samstag) betonte der Polizeidirektor, dass er den Täter nicht erkannt habe. Die "Süddeutsche Zeitung" und andere Medien hatten zuvor berichtet, es gebe erhebliche Zweifel daran, dass die Bluttat - wie bisher vermutet - von einem unbekannten Neonazi begangen wurde.

So wird kritisiert, dass sich Mannichl als erfahrener Polizist nur vage an den Messerstecher erinnert. "Da kann ich nur lachen", sagte Mannichl dazu. "Wenn es ums blanke Überleben geht, denkt man nicht darüber nach, welche Schuhgröße der Täter hat." Der Angreifer habe ihn am 13. Dezember nach dem Öffnen der Haustür binnen Sekunden niedergestochen. Als Tatmotiv wird ein Racheakt von Neonazis vermutet, nachdem der Polizeichef mehrfach gegen deren Aufmärsche vorgegangen war.

Laut "Süddeutscher Zeitung" (Samstag) spricht inzwischen auch die ermittelnde Staatsanwaltschaft von "Merkwürdigkeiten". Der Leitende Oberstaatsanwalt Helmut Walch sagte dem Blatt, es sei "merkwürdig", dass für den Angriff auf Mannichl ein Messer aus dessen Haushalt benutzt worden sei und bisher keine Fremdspuren auf diesem Messer gefunden worden seien. Zugleich erklärte Walch, die bundesweit verbreiteten Phantombilder, die zwei mögliche Täter mit auffälligen Tätowierungen zeigten, seien unbrauchbar.

"Ich bin wütend", sagte Mannichl der "Passauer Neuen Presse" (Samstag) und wies entsprechende Darstellungen als "Quatsch" und "Unsinn" zurück. Auch als erfahrener Polizist habe er keine bessere Täterbeschreibung liefern können, denn "es war ziemlich dunkel, weil nur die Weihnachtsbeleuchtung brannte. Es ging mir um mein Leben - und sonst gar nichts." Angaben zu auffälligen Tätowierungen, die auf Bildern von der Polizei veröffentlicht wurden und die einen schnellen Fahndungserfolg nahelegten, stammten nicht von ihm.

dpa

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