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Im Visier: Vor 50 Jahren wurde die Radarfalle ein deutscher Exportschlager.

Radarfalle wird 50: Die verrücktesten Blitzer-Bilder

Es ist ein Jubiläum, das wohl von kaum einem gefeiert wird. Am 15. Februar 1959 setzte die Polizei erstmals in Deutschland eine mobile Radarkontrolle ein. Das Datum markiert den Beginn einer neuen Ära der Geschwindikeitsüberwachung im Straßenverkehr.

Als "Gebühreneinzugsmaschine" werden die Geräte oft abfällig bezeichnet. Ohnehin will kein Autofahrer von "Geschwindikeitskontrolle" reden: "Radarfalle" halten die meisten für angebrachter. Und wer in die Falle tappt, den versetzt der rote Blitz oft in zeternde Wut. Die sogenannten Starenkästen - fest installierte Geräte - bekommen oft den ungezügelten Hass zu spüren: Sie wurden umgesägt, angezündet, mit Farbe besprüht oder schlicht abgedeckt. Die 50-jährige Geschichte der technischen Geschwindigkeitskontrolle ist auch eine Geschichte des Wiederstands gegen Tempo-Vorschriften.

Zeitenwende in der Flitzerjagd

Aufrüsten im Kampf gegen die Raser: Ein Polizist mit einem modernen Laser-Messgerät.

Die Historie der Raserverfolgung beginnt bereits am 15. Februar 1957. Nach ersten Feldversuchen des nordrhein-westfälischen Innenministeriums werden im Raum Düsseldorf die ersten Blitzer installiert. Anfangs waren die Beamten noch mit der Stoppuhr am Werk. Zwei Jahre später dann die Zeitwende in der Flitzerjagd: Die ersten mobilen Geräte von der Firma Telefunken kommen zum Einsatz. Die neue Technik "Made in Germany" tritt bald ihren weltweiten Siegeszug an. Aktuell listet der Internetdienst poicon 17554 Blitzgeräte in Deutschland.

Doch die Raser wollen sich nicht bremsen lassen. Nummernschilder werden mit reflektierenden Folien beklebt, Radiosender warnen vor den Blitzern. In neuerer Zeit gibt es nicht nur Warngeräte fürs Auto, sondern auch Portale im Internet, von denen man aktuelle Kontrollstandorte auf das Navigationsgerät laden kann. Die Polizei kontert mit kleinen Laser-Geräten, mit denen sich das Tempo noch viel genauer messen lässt.

Klassische Raser-Ausreden: zum Arzt oder Kinder abholen

Je nach Geschwindigkeit blühen den Temposündern Punkte in Flensburg und saftige Bußgelder. Da nimmt es nicht Wunder, dass die Anzahl der Ausreden sich direkt proportional zur Geschichte der Radarfalle entwickelte. „Regelmäßig müssen besorgte Mütter ihre Kinder schnell von der Schule abholen oder Arzttermine noch eingehalten werden“, nennt der Poinger Polizeioberkommissar Christian Behrenz die Klassiker.

Neuer Bußgeldkatalog

Seit Februar 2009 ist das Rasen ziemlich teuer geworden. Ein neuer Bußgeldkatalog mit bis zu doppelt so hohen Tarifen ist in Kraft. Auch Temposünder im EU-Ausland kommen jetzt nicht mehr ungestraft davon.

Die Bußgelder im einzelnen für Übertretungen innerhalb/außerhalb geschlossener Ortschaften:

Höchstgeschwindigkeit Bisher (Euro) Neu (Euro)
21 - 25 km/h 50/40 80/70
26 - 30 km/h 60/50 100/80
31 - 40 km/h 100/75 160/120

41 - 50 km/h

125/100 200/160
51 - 60 km/h 175/150 280/240
61 - 70 km/h 300/275 480/440
über 70 km/h 425/375 680/600

stm/paw

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