+
Der Angeklagte am ersten Prozesstag.

Verfolgungsjagd mit Tempo 240: Prozess gegen Raser

München - Vor dem Münchner Landgericht hat am Dienstag der Prozess um eine wilde Verfolgungsjagd über mehrere Autobahnen begonnen.

Vor dem Münchner Landgericht hat am Dienstag der Prozess um eine wilde Verfolgungsjagd über mehrere Autobahnen begonnen. Angeklagt wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und einer Reihe anderer Delikte ist ein 36 Jahre alter Mann. Er hat der Staatsanwaltschaft zufolge mit seinem Auto am 2. Januar 2009 ohne Bezahlung an zwei Benzinzapfsäulen getankt. Einer der Tankwarte alarmierte die Polizei, die den Benzindieb auf der A 3 Richtung Nürnberg entdeckte und ihn zeitweise mit 19 Streifenwagen sowie mehreren zivilen Einsatzfahrzeugen jagte.

Bei der eineinhalbstündigen Verfolgung mit Tempo 240 von der A 3 über die A 9 zur A 99 verlor der Wagen des Angeklagten mehrere Fahrzeugteile. Als der linke Vorderreifen platzte, fuhr der 36-Jährige trotzdem weiter, bis der Wagen gegen eine Leitplanke stieß und liegenblieb.

Der Angeklagte hat zum Prozessauftakt die Vorwürfe im Wesentlichen gestanden. Er habe sich seiner Bestrafung für die Benzindiebstähle und eine vorausgegangene Unfallflucht entziehen wollen, nimmt die Staatsanwaltschaft als Motiv an. Die Anklagebehörde wird für den laut Gutachten drogenabhängigen und seelisch gestörten 36-Jährigen voraussichtlich neben einer Strafe die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik beantragen.

Der Angeklagte durfte zur Tatzeit nicht ans Steuer, weil gegen ihn im Dezember 2008 ein Fahrverbot ausgesprochen worden war. Er war damals nach seinen Angaben unterwegs zu einem Freund. Geld für das Auftanken seines Wagens habe er nicht gehabt. Gegen 19 Uhr wurde laut Anklage die Fahndung gegen ihn ausgelöst, die Verfolgung erstreckte sich über rund 200 Kilometer. Dabei soll der 36-Jährige durch waghalsige Ausweich- und Überholmanöver die Verfolger und andere Verkehrsteilnehmer gefährdet haben.

Er umfuhr eine Straßensperre und einen künstlichen Stau, indem er die Autobahn verließ und über Gegenfahrbahn und Gehweg davon raste. Durch die abfallenden Fahrzeugteile wurden mehrere Polizeifahrzeuge beschädigt, eines wurde von dem Wagen des Angeklagten gerammt. Insgesamt entstand laut Anklage ein Sachschaden von gut 18.000 Euro. - Der Prozess wird voraussichtlich drei Tage dauern.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wahrscheinlich betrunken: Fahranfänger überfährt Bub in Tempo-30-Zone
Eine Tragödie hat sich in der Nacht im Landkreis Bamberg abgespielt: Ein 18-Jähriger überfährt einen 14-jährigen Buben in einer Tempo-30-Zone - mutmaßlich betrunken und …
Wahrscheinlich betrunken: Fahranfänger überfährt Bub in Tempo-30-Zone
Vermisste Tramperin Sophia  L.: Verdächtiger wollte wohl Beweise verbrennen
Seit mehr als einer Woche wird die 28-jährige Sophia L. vermisst. Einem spanischen Medienbericht zufolge wurde jetzt ihre Leiche an einer Tankstelle gefunden. Polizei …
Vermisste Tramperin Sophia  L.: Verdächtiger wollte wohl Beweise verbrennen
Frau stirbt beim Überholen - Mutter und Kinder verletzen sich schwer
Bei einem misslungenen Überholmanöver in Oberfranken ist eine 35 Jahre alte Frau ums Leben gekommen; eine weitere Frau und ihre Kinder wurden schwer verletzt.
Frau stirbt beim Überholen - Mutter und Kinder verletzen sich schwer
Autofahrer fällt beim Anblick aus allen Wolken: Betrunkener löst Polizeieinsatz aus
Einen gehörigen Schock hat dieser Autofahrer erlitten. Er hielt einen am Straßenrand schlafenden Betrunkenen für eine Leiche.
Autofahrer fällt beim Anblick aus allen Wolken: Betrunkener löst Polizeieinsatz aus

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.