Vergiftete Milch: Altenpflegerin wegen Mordversuchs vor Gericht

Würzburg - Eine junge Frau soll in Würzburg aus Neid und Hass versucht haben, ihre attraktive Mitbewohnerin mit vergifteter Milch umzubringen.

Von diesem Dienstag (29. Juni) an muss sich die Altenpflegehelferin vor dem Landgericht Würzburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft der 23-Jährigen Mordversuch, gefährliche Körperverletzung und versuchte gefährliche Körperverletzung vor. Die Angeklagte hat die Tat zugegeben, streitet aber ab, dass sie die Studentin töten wollte.

Das Opfer musste wegen der mit Schmerzmitteln vergifteten Milch stationär in einem Krankenhaus behandelt werden. Im Oktober vorigen Jahres bezog die damals 20 Jahre alte Studentin ein Zimmer in der Wohnung der Angeklagten. Beide vereinbarten, Wohnzimmer, Küche und Bad der Wohngemeinschaft gemeinsam zu nutzen.

Angeklagte litt unter ihrer Körperfülle

Nach Darstellung der Anklagebehörde litt die 23-Jährige zu dieser Zeit enorm unter ihrer Körperfülle, fühlte sich unattraktiv und beruflich erfolglos. Immer mehr soll sie ihre hübsche Mitbewohnerin beneidet haben, schließlich habe sie nur noch Hass verspürt. Hinzu sollen depressive Verstimmungen und Selbstmordgedanken gekommen sein.

Am 11. Oktober 2009 soll die Angeklagte in die noch verschlossene Milchpackung ihrer Mitbewohnerin ein Mittel gegen sehr starke Schmerzen mit einer Spritze injiziert haben. Als das Opfer später einen Milchkaffee trank, soll es Bauchschmerzen, Herzrasen, Schwindel und Brechreiz bekommen haben. Zudem soll die junge Frau begonnen haben, zu frieren und zu zittern. Um den Verdacht von sich abzulenken und sich selbst zu töten, trank die Tatverdächtige laut Anklage ebenfalls von der Milch.

Die beiden Frauen kamen mit Verdacht auf Lebensmittelvergiftungen ins Krankenhaus. Bereits einen Tag vor dieser Tat soll die Angeklagte Schmerzmittel in eine Wasserflasche ihrer Mitbewohnerin getan haben. Die 20-Jährige hatte das Wasser aber nicht heruntergeschluckt, weil es trüb war und unangenehm schmeckte.

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