Verhungerte Lea: Rätsel um Motiv der Mutter

Tirschenreuth/Weiden - Nach dem Tod der zweijährigen Lea im oberpfälzischen Tirschenreuth rätseln die Ermittler über die Motive der Mutter. Das Kind war verhungert und verdurstet.

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Fall Lea: Jugendamt will Konsequenzen ziehen

Warum musste die kleine Lea sterben?

“Oft gibt es in solchen Fällen heftige Alkohol- oder Drogenprobleme. Das ist hier alles nicht der Fall“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer am Mittwoch in Weiden. “Es ist die Frage, was sich bei ihr im Kopf abgespielt hat.“ Um diese Frage zu beantworten, soll möglicherweise ein psychiatrischer Gutachter hinzugezogen werden. Es gehe auch darum, zu prüfen, ob die Mutter schuldfähig ist.

Die 21-Jährige hatte ihr Kind verhungern und verdursten lassen. Am Wochenende wurde Lea im oberpfälzischen Tirschenreuth tot in ihrem Kinderbett gefunden. Ihre Mutter sitzt in Untersuchungshaft. Ihr wird Totschlag durch Unterlassen vorgeworfen. “Die Mutter hat Aussagen gemacht - das hat sie von Anfang an getan“, sagte Schäfer. “Bestimmte Sachen kann sie gar nicht leugnen.“

Das zuständige Jugendamt in Tirschenreuth will nach Leas Tod Konsequenzen ziehen und räumte Versäumnisse ein. “Das Jugendamt ist dabei, tiefer in den Fall einzusteigen“, sagte der Sprecher des Landkreises, Josef Hecht, am Mittwoch. “Wir wollen feststellen, ob unser Netzwerk intern noch verbessert werden kann.“ Der Landkreis kündigte für Donnerstagnachmittag eine Pressekonferenz zum Tod des Mädchens an.

Am Dienstag war bekanntgeworden, dass das Jugendamt bereits vor einem halben Jahr von besorgten Nachbarn über mögliche Probleme in der Familie informiert wurde - aber nichts unternahm. Die Deutsche Kinderhilfe in Berlin nannte Lea “ein weiteres tragisches Opfer im Jugendhilfesystem“.

dpa

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