Verkaufsoffener 1. Mai: Kirchen wollen klagen

München - Die Kirche will die Genehmigungspraxis für Ladenöffnungszeiten nicht länger hinnehmen: Vertreter der Allianz haben gerichtliche Schritte gegen verkaufsoffene Sonntage am 1. Mai angekündigt.

Am 3. März 321 hat Kaiser Konstantin in einem Edikt den Sonntag zum staatlich geschützten wöchentlichen Feiertag erklärt. Anlässlich des inzwischen „Internationalen Tags des freien Sonntags“, macht die kirchlich-gewerkschaftliche „Allianz für den freien Sonntag“ auf die Gefahr für den Sonntagsschutz in Bayern aufmerksam. Und sie will die derzeitige Genehmigungspraxis für Ladenöffnungszeiten nicht länger widerstandslos hinnehmen: Vertreter der Allianz haben gestern in München gerichtliche Schritte gegen verkaufsoffene Sonntage am 1. Mai angekündigt.

Bislang seien dem Bündnis zehn Kommunen bekannt, die an diesem Tag Sonderöffnungen genehmigt hätten – darunter Fürstenfeldbruck, Waldkraiburg und Traunstein, sagte Hubert Thiermeyer von Verdi Bayern . „Der Tag gehört den Arbeitnehmern, das ist instinktlos“, kritisierte er. Generell werde der Sonn- und Feiertagsschutz immer mehr ausgehöhlt. So stieg die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage von 1200 in 1990 auf über 2000 im vergangenen Jahr, betonte Philip Büttner, Sozialwissenschaftlicher Referent im Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt der Evangelisch-Lutherischen Kirche . „In fast allen Regionen Bayerns kann man rund ums Jahr an Sonntagen einkaufen.“

Damit werde zudem ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts unterlaufen, ergänzte Erwin Helmer von der Katholischen Betriebsseelsorge. „Sonntage dürfen keinen werktäglichen Charakter haben.“ Auch die Öffnungszeiten insgesamt sind der Allianz ein Anliegen. „Die Ladenschlusszeiten während der Woche haben eine entscheidende Bedeutung für den Schutz des Sonntags“, meinte Pfarrer Charles Borg-Manché von der Katholischen Arbeitnehmerbewegung. „Unsere Gesellschaft und Arbeitswelt braucht Zeitanker, die durch eine sinnvolle Pausenkultur an den Werktagen zum Ausdruck kommen.“ Um darauf aufmerksam zu machen, startet heute eine Kampagne unter dem Titel „Laptop, Lederhose, Ladenschluss“.

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