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Stau nach heftigen Schneefälle in München

Verkehrs-Chaos nach Schneefall in Bayern

München - Das Tief “Jennifer“ hat mit ergiebigen Schneefällen vor allem in Süd- und Ostbayern am Donnerstag für chaotische Straßenverhältnisse gesorgt.

Im morgendlichen Berufsverkehr ereigneten mindestens 200 Rutschunfälle. Autos überschlugen sich, schlitterten gegen Hindernisse wie Begrenzungsmauern oder landeten im Straßengraben. Dabei gab es mehrere Leichtverletzte. Bei Frasdorf in Oberbayern rutschte ein Kleinbus auf schneeglatter Fahrbahn in den Straßengraben. Dabei wurden nach Polizeiangaben acht Personen leicht verletzt. Räumfahrzeuge waren überall pausenlos im Einsatz.

In der Nacht zum Donnerstag fielen in manchen Orten wie in Kraftisried (Landkreis Ostallgäu) bis zu 30 Zentimeter Schnee, wie ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in München mitteilte. Nachdem am frühen Morgen die Schneefront von Nord nach Süd den Freistaat überquerte, kommt es durch den Wind zu Schneeverwehungen von bis zu einem Meter Höhe.

Bayern versinkt im Schnee

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Schnee und Eis im Landkreis Freising

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In München geriet am frühen Donnerstagmorgen ein Laster ins Schlingern und stellte sich genau am Effnertunnel quer. Danach ging für drei Stunden auf dem Mittleren Ring nichts mehr: Der Verkehr staute sich bis zum Petueltunnel zurück.

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Wie die Polizei mitteilte, waren auch die Autobahnen betroffen. Dort kamen die Räumdienste den Schneemengen teilweise nicht mehr hinterher. Besonders die Autobahnen A9 nördlich von München sowie die A93 waren betroffen.

Probleme werden auch von der A8 München-Salzburg gemeldet: Zwischen Kreuz München-Süd und Holzkirchen liegt eine festgefahrene Schneedecke auf der Fahrbahn. Starker Schneefall führt zu Sichtweiten unter 100 Meter. Auf der gesamten Strecke haben sich bereits mehrere Unfälle ereignet.

Gefahrguttransporter, die auf der A8 unterwegs sind, werden gebeten, wegen Schneeglätte den nächsten Parkplatz anzufahren. Diese Warnung gilt auch für die A93 Rosenheim-Kiefersfelden und die A96 München-Bregenz.

B12 München Richtung Kempten: Zwischen der B472 bei Geisenried und Kraftisried ist nach einem Unfall mit einem LKW der rechter Fahrstreifen blockiert.

Zu erheblichen Problemen ist es auch im gesamten Netz der Münchner S-Bahn gekommen. 30 Minuten und mehr müssen Pendler auf ihre Züge warten.

Verzögerungen gibt es auch im restlichen Bahnverkehr. Nach Angaben eines Sprechers ist der Schienenverkehr in ganz Bayern am Vormittag vor allem durch die Schneeverwehungen stark beeinträchtigt. Es kommt landesweit zu Verspätungen und Zugausfällen. Schwerpunkte sind das Allgäu, Oberbayern und Unterfranken. Wann sich die Lage normalisiert, ist noch nicht absehbar.

Am Münchner Flughafen sind am Donnerstagmorgen winterbedingt 70 Flüge annulliert worden. Bei zunächst rund 40 Flügen kam es zu Verspätungen über 60 Minuten.

Im Allgäu kam es Polizei-Angaben zufolge zu über 50 Unfällen durch winterliche Straßenverhältnisse. Lastwagen blieben an Steigungen hängen und verursachten Staus. Auch auf den Autobahnen kam es zu Behinderungen durch schneebedeckte Fahrbahnen. Bei Kempten prallte ein Auto in einen querstehenden Lastwagen. Im Oberallgäu überschlugen sich einige Autos und landeten neben der Straße. Dabei wurden zwei Personen verletzt. Bei etwa 50 Verkehrsunfällen in Nordschwaben wurden sieben Personen leicht verletzt. Ein querstehender Lastwagen auf der Autobahnabfahrt bei Augsburg führte zu einem langen Rückstau auf der Autobahn.

In Ostbayern sorgten starke Böen neben Neuschnee bis zu 20 Zentimeter für Behinderungen. Bei rund 40 Rutschunfällen kam es nach Polizeiangaben zu Blechschäden. Bei Massing im Landkreis Rottal-Inn und bei Kehlheim wurden dabei zwei Personen leicht verletzt. Auch in den Innenstädten war der Verkehr durch schneebedeckte Straßen erheblich behindert. Es kam zu zahlreichen Staus. Für Oberbayern meldete die Polizei etwa 50 Unfälle, die in der Regel mit Blechschäden abgingen.  

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Starke Schneefälle machten besonders den Lastwagenfahrern auf Frankens Straßen Probleme. Auf der A6 und A7 kam es zu mehreren Vollsperrungen, nachdem Lastwagen auf den glatten Straßen quer standen oder umgekippt waren. Ein Transporter musste nach einem Unfall von einem Kran geborgen werden. Auch in Unterfranken ereigneten sich auf der A3 zwei Unfälle mit Lastwagen. In den oberfränkischen Mittelgebirgen besorgten 50 Zentimeter hohe Schneeverwehungen den Räumdiensten viel Arbeit. Es kam zu Behinderungen auf den Nebenstraßen im Fichtelgebirge.

Das Polizeipräsidum Niederbayern meldet für die Region 27 Unfälle mit zwei Leichtverletzten. In Ostbayern herrscht teilweise Schneekettenpflicht für Laster.

In den Bergen steigt die Lawinengefahr: Oberhalb der Waldgrenze besteht laut bayerischer Lawinenwarnzentrale erhebliche Lawinengefahr.

Wie's mit dem Wetter weitergeht erfahren Sie hier: Wetterbericht

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