Verlängerter Todeskampf: Verfahren  gegen Schlachthofleiter eingestellt

Kempten - Weil einige Tiere auf einem Allgäuer Schlachthof nicht ordnungsgemäß betäubt und entblutet wurden, saß der Betriebsleiter jetzt auf der Anklagebank - und wurde freigesprochen. Die Begründung:

Rund zehn Monate nach der Beanstandung von Missständen in einem Allgäuer Schlachthof ist das Verfahren gegen den Betriebsleiter eingestellt worden. Dem 51-Jährigen war vorgeworfen worden, gegen die Tierschutzschlachtverordnung verstoßen zu haben. Ein amtlicher Tierarzt hatte im Frühjahr 2010 nach Kontrollen in dem Betrieb bemängelt, dass einige Tiere nicht ordnungsgemäß betäubt und entblutet wurden und ihr Todeskampf dadurch unnötig verlängert wurde. Das Amtsgericht Kempten begründete seine Entscheidung am Dienstag damit, dass der Vorwurf gegen den Betriebsleiter nicht schwerwiegend genug sei. Auch der im Bußgeldbescheid dargestellte Vorsatz sei nicht nachweisbar.

Der Tierarzt gab vor Gericht an, dass er gesehen habe, wie sich einige Schlachttiere nach mangelhafter Betäubung noch bewegt haben. Zunächst war von Schweinen die Rede gewesen, bei dem Verfahren stellte sich heraus, dass es sich bei den Vorfällen um Rinder handelte. Der Amtsarzt vermutet, dass eine Fehlfunktion des Schussgerätes für den mangelhaften Betäubungseffekt verantwortlich war. Zusätzlich habe er jedoch beobachtet, dass bei der Entblutung einiger Tiere der Blutverlust zu gering war. “Wer für den Stich zuständig ist, muss das ohne Wenn und Aber beherrschen.“

Der Betriebsleiter erklärte vor Gericht, dass er die Schlachtung der Tiere nicht permanent überwachen könne. Von den Beanstandungen des Tierarztes habe er erst durch einen Bußgeldbescheid erfahren. Das Ordnungsamt der Stadt Kempten hatte gegen den Betriebsleiter ein Bußgeld in Höhe von 200 Euro verhängt. Da er dagegen Einspruch eingelegt hat, wurde die Angelegenheit vor Gericht aufgerollt.

dpa

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