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Trotz des verlorenen Prozesses sind Hans B. (li.) und seine Geliebte gut gelaunt: Sie wollen heiraten

Verliebt in die Schülerin - Lehrer gefeuert

München/Rosenheim - Vor drei Jahren verknallte sich Lehrer Hans B. in eine damals 14-jährige Schülerin. Seine Ehefrau entdeckte Fotos von der verbotenen Affäre. Der Fall kam jetzt in München vor Gericht.

Es ist eine innige Liebe, aber auch eine verbotene: Lehrer Hans B. (36), tätig an einer Hauptschule im nördlichen Landkreis Rosenheim, verknallte sich vor drei Jahren unsterblich in die damals 14-jährige Schülerin Lisa (Schutzname). Ihretwegen ließ sich der Vater von zwei Kindern scheiden. Darf so ein Mann noch Lehrer sein? „Nein“, entschied am Dienstag das Münchner Verwaltungsgericht.

Das sexuelle Verhältnis zwischen Lehrer und Schülerin war den Klassenkameraden nicht aufgefallen. Misstrauisch wurde allerdings die Ehefrau von Hans B., der eine Verhaltensänderung des Gatten höchst seltsam vorkam. Sie nahm sich seinen Computer vor und wurde fündig: Auf diesem hatte Hans B. Fotos mit dem Mädl gespeichert. Die Ehefrau erzählte von der Entdeckung ihrem Freund – ein Polizist – der brachte ein Strafverfahren ins Rollen.

Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass das Mädchen freiwillig mit seinem Herrn Lehrer kuschelte. Verboten ist das trotzdem: Wegen Missbrauchs von Schutzbefohlenen (§ 174 StGB gilt für Betroffene unter 16 Jahren) erhielt Hans B. einen Strafbefehl über 1200 Euro. Das Landgericht Traunstein blieb im Berufungsverfahren beim Schuldspruch, sah aber von einer Strafe ab. Das Kultusministerium wollte den Lehrer dennoch loswerden. Begründung: Das Vertrauensverhältnis der Behörde in den Lehrer sei grundlegend erschüttert.

Die 13. Kammer des Verwaltungsgerichts gab dem Ministerium recht. „Eine sexuelle Beziehung zwischen Lehrer und Schülerin ist ein gravierendes Dienstvergehen“, konstatierte die Vorsitzende Richterin. „Das darf bei einem Lehrer nicht passieren. Die Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass in der Schule keine Liebesbeziehungen angebahnt werden.“ Schließlich müssten alle Schüler vom Lehrer gleich behandelt werden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Michael Zimpel, der Anwalt des Lehrers, kündigte Berufung beim Verwaltungsgerichtshof an.

Hans B. hat sich inzwischen scheiden lassen. Er hat sich mit dem Mädchen, das die ganze Zeit über schweigend der Gerichtsverhandlung folgte, verlobt. Und der verlorene Prozess kann ihr Glück nicht bremsen: Die beiden wollen bald heiraten.

Eberhard Unfried

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