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In Nürnberg steh ein Koch (40) vor Gericht, weil er seine Frau ermordet haben soll.

Erst Geständnis, dann Rückzieher

Verlobte ermordet: Bräutigam vor Gericht

Nürnberg - Ein Mann meldet seine Verlobte als vermisst und startet eine Suchaktion. Tage später wird die Leiche in einem Fluss gefunden - die 32-Jährige wurde erwürgt. Der Verlobte gerät unter Verdacht.

Wegen Mordes an seiner Verlobten 40 kurz vor der Hochzeit muss sich seit Dienstag ein 40 Jahre alter Mann vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, die 32-Jährige erwürgt und ihre Leiche in der Nähe des mittelfränkischen Gerhardshofen in die Aisch geworfen zu haben. Beim Prozessauftakt äußerte sich der Mann nicht zu den Vorwürfen. Beim Ermittlungsrichter hatte er die Tat zunächst gestanden, das Geständnis aber später widerrufen.

Laut Anklage war der Koch durch seine schlechte finanzielle Lage überfordert. Sein Gaststätte lief schlecht, er hatte Schulden und die anstehende teure Hochzeit bereitete ihm zusätzlich Sorgen. Als seine Freundin ihn im Juni 2013 dann mit erotischen Dessous zum Sex verführen wollte und er ihre Wünsche nicht befriedigen konnte, erwürgte er die Mutter einer gemeinsamen kleinen Tochter in der Wohnung in Emskirchen (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim). Er habe sich so sehr in seinem ohnehin beschädigten Selbstwertgefühl getroffen gefühlt, dass dieses körperliche Versagen der Auslöser für die Tat war, heißt es in der Anklage. Anschließend soll er den nackten Leichnam in die Aisch geworfen haben.

Verdächtiger meldet seine Frau als vermisst

Nach der Tat meldete der 40-Jährige seine Freundin bei der Polizei als vermisst und startete eine große Suchaktion. Er habe die ganze Nacht geschlafen und am Morgen sei seine Freundin nicht mehr da gewesen, sagte er bei der Polizei. Zunächst deutete nichts auf den 40-Jährigen als Täter hin. Tage später fanden die Ermittler das Auto der Frau an dem Fluss und dann auch ihre Leiche. Schnell stellte sich heraus, dass sie Opfer eines Gewaltverbrechens geworden war. Bei der Beerdigung trug der Angeklagte ein großes Foto seiner Freundin vor sich her.

Auf die Schliche kamen die Ermittler dem 40-Jährigen schließlich durch einen Lastwagenfahrer und eine DNA-Spur. Entgegen seiner Aussage, dass er die ganze Nacht geschlafen habe, sagte der Lasterfahrer aus, dass er den Mann in der fraglichen Nacht als Anhalter mitgenommen habe. In dem Fahrzeug fand die Polizei zudem genetische Spuren des Verlobten.

dpa

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