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Loris aus Ampfing bei einer seiner Bergtouren. Der junge Mann galt als fit, er dürfte sich aber auf seiner letzten Tour verlaufen haben

Ampfinger über Monate verschwunden

Vermisster Bayer: Warum wurde der Leichnam erst so spät gefunden?

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Das Verschwinden von Loris aus Ampfing stellte eines der rätselhaftesten Vermisstenfälle der vergangenen Monate dar. Nun scheint klar, was dem 23-Jährigen widerfahren sein muss. 

Schöngau am Königssee - Zwei Paragleiter ließen sich am Sonntagnachmittag am Hohen Göll (2522 Meter) vom sanften Wind und der Thermik auf österreichischer Seite dahintreiben. Doch plötzlich der Schock! Auf 1800 Meter Höhe e ntdeckten die beiden einen mumifizierten Körper. Die Alpinpolizei wurde verständigt, der Leichnam geborgen – und nach der Obduktion stand fest, dass einer der rätselhaftesten Vermisstenfälle der vergangenen Monate gelöst ist: Bei dem Toten handelt es sich um Loris (23) aus Ampfing (Kreis Mühldorf). Nach ihm war mit vielen Helfern fieberhaft gesucht worden, aber nie gab es eine Spur. Er dürfte sich verstiegen haben und war in der Folge in den Tod gestürzt.

Es sollte eine zünftige, wenn auch kraftraubende Tour zum Kuchler-Kamm-Gipfel werden, der zum Göll-Massiv gehört. Drei Freunde parkten ihr Auto in Hinterbrand (Gemeinde Schönau am Königssee) und stiegen von dort über das Alpetal zum Kamm hi­nauf. Von dort oben gibt es ein Foto von Loris, es zeigt ihn mit Sonnenbrille, Unterhemd und Handtuch hängen über der linken Schulter – er wirkt müde, aber zufrieden.

Wetterumschwung erschwerte Suche 

Oben trennten sich die Wege der Bergwanderer, man wollte sich später im Tal wieder treffen. Doch dort kam Loris, der gegen 15 Uhr mit dem Abstieg begonnen haben dürfte und dabei nur leicht bekleidet war, nie an.

Die Polizei und Bergwacht wurden alarmiert. Es folgte eine wochenlange Suchaktion. Obwohl die Hoffnung von Tag zu Tag schwand, den jungen Mann aus dem Landkreis Mühldorf noch lebend zu finden, wollten die Einsatzkräfte nicht aufgeben.

Als es dann aber nach einer Regenwetter-Phase Anfang November auf dem Hohen Göll auch noch über einen halben Meter Schnee hinfegte, glaubte niemand mehr an ein glückliches Ende des Dramas. Ein einheimischer Polizist meinte damals: „Wir vermuten, dass der junge Mann an der Ostseite des Hohen Gölls in eine Felsspalte gestürzt ist und verschüttet sein könnte.“ Und dann zog der Winter erst richtig ein ins Berchtesgadener Land.

Tatsächlich fand sich der Leichnam auf österreichischer, also auf östlicher Seite des Gebirgsstocks. Loris dürfte sich in dem zerklüfteten, felsigen Gebiet verirrt haben. Und das war am Ende sein Todesurteil.

Markus Christandl

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