Vermisster lebte vier Monate im Wald

Bad Steben - Ein Mann galt vier Monate lang als spurlos verschwunden. Die Polizei rechnete mit dem Schlimmsten - bis sich der Mann plötzlich meldete. Er war im Wald untergetaucht. Die kuriose Geschichte:

Vier Monate war der Mann verschwunden: Erst der frostige Winter veranlasste einen 55-Jährigen aus dem thüringischen Kreis Saalfeld-Rudolstadt, seine Wanderung durch den Thüringer Wald abzubrechen und sich bei der Polizei im fränkischen Bad Steben zu melden. Die Kriminalpolizei konnte damit einen ihrer Vermisstenfälle ad acta legen, sagte Sprecherin Heidi Kröller am Mittwoch.

Seit Anfang August war bundesweit nach dem Einzelgänger gesucht worden. Da bereits vor Monaten seine Geldbörse mit Personalausweis, Geld- und Krankenversicherungskarte in Eisenach gefunden wurden, hatte die Polizei einen Unglücksfall oder ein Verbrechen nicht ausgeschlossen.

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Der völlig mittellose Mann war vom Spätsommer bis zum Winter von einer Schutzhütte zur anderen im Thüringer Wald unterwegs gewesen. Vom Pfand der Flaschen, die Wanderer wegwarfen, kaufte er sich Essen. Anfang Dezember kam er wegen der Schneefälle nur noch langsam vorwärts. Schuhe und Kleidung waren nass und trockneten nicht mehr. Der Schlafsack wärmte bei den Minusgraden nicht.

Deshalb entschloss er sich, die Tour abzubrechen und sich bei der Polizei rund zwei Kilometer südlich der Thüringer Landesgrenze zu melden. Dort konnte er mit einem Fahndungsfoto identifiziert werden. Bad Steben organisierte ihm eine Übernachtung und gab ihm eine Fahrkarte Richtung Heimat.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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