Verdacht auf Totschlag

Vermuteter Selbstmord entpuppt sich als Bluttat

Gunzenhausen - Ein anfänglich für einen Selbstmord gehaltener Vorfall auf dem Bahnhof in Gunzenhaussen hat sich als brutale Bluttat entpuppt.

Ein anfänglich für einen Selbstmord gehaltener Vorfall auf dem Bahnhof im mittelfränkischen Gunzenhaussen hat sich als brutale Bluttat entpuppt. Wegen des Verdachts auf Totschlag sei inzwischen ein 35 Jahre alter Mann inhaftiert worden, berichtete ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Ansbach am Freitag. Mit dem 35-Jährigen sitzen ein gleichaltriger Bekannter und eine 16-Jährige in Untersuchungshaft. Ihnen beiden werde allerdings nur Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen, sagte der Pressesprecher.

Ein Lokführer hatte am frühen Mittwochmorgen einen leblosen Körper auf einem Gleis bemerkt. Er konnte mit seinem Zug nicht mehr rechtzeitig anhalten. Bahnmitarbeiter hatten zunächst einen Selbstmord des Mannes vermutet, den die Kripo später als 54 Jahre alten Gunzenhauser identifizierte.

Später habe sich herausgestellt, dass der Mann zwischen den Schienen im Gleis lag und seine Verletzungen keineswegs von der Lok stammten. „Der Mann hatte schwere Verletzungen, die auf eine vorangegangene körperliche Auseinandersetzung hindeuten.“ Verletzungen von Menschen, die sich vor einen Zug geworfen haben, sähen ganz anders aus, sagte der Sprecher.

Bei ihren Ermittlungen hätten Kripobeamte schließlich festgestellt, dass das Opfer am Abend vorher mit drei Bekannten bis tief in die Nacht gezecht hatte. Die Vier seien dabei in Streit geraten; die Auseinandersetzung sei eskaliert. Um die Tat zu vertuschen, habe das aus Gunzenhausen stammende mutmaßliche Täter-Trio ihr lebloses Opfer zum Bahnhof geschleift und zwischen die Schienen auf ein Gleis gelegt.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Symbolbild

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