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In einem verschließbaren Schrank müssen die Waffen aufbewahrt werden.

Verschärftes Gesetz - aber Personalnot verhindert Kontrollen

Waffenbesitzer sollen unangemeldet kontrolliert werden. Das hat das Bundeskabinett beschlossen. Die einen jubeln, die anderen laufen Sturm. Und dazwischen: die Realität. Denn die Kontrollen scheitern wohl an der Personalnot.

„Stadt und Landkreis Rosenheim setzen die Verschärfung des Waffenrechts um“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes. Und es geht angriffslustig weiter: „Die Waffenbesitzer in Stadt und Landkreis Rosenheim müssen in nächster Zeit mit Kontrollen rechnen.“ Auf Nachfrage beschwichtigt Sprecher Michael Fischer allerdings. Das Landratsamt setze auf Ruhe: „Wir schreiben nach den Sommerferien erst einmal die Waffenbesitzer an. Dann sehen wir weiter.“ Diesen Weg beschreiten auch die Dachauer: „Wir informieren sie und erklären, auf was sie bei der Aufbewahrung achten müssen“, sagt Susanne Fischhaber vom Landratsamt. Pflichtbewusst machen das auch Freising und Miesbach. Aber mehr auch nicht.

Denn die so oft geforderten und jetzt groß angekündigten Kontrollen bleiben wohl vorerst nur Drohungen. „Ich kann nur mit meiner Person und einer Hilfskraft dienen,“ so Manfred Betz aus dem Landratsamt Miesbach. „Da sind also Grenzen gesetzt.“ Und auch in Rosenheim ist nur eine Person für das Waffengesetz zuständig, gibt Rosenheims Sprecher Fischer zu. „Das war ja klar“, sagt Egbert Urbach vom bayerischen Landesjagdverband. „Die Kontrolleure tun mir jetzt schon leid. Wir haben in Bayern nämlich allein 50- bis 60 000 Jäger.“

Deswegen müssen die registrierten Waffenbesitzer jetzt auch erstmal zum Stift oder sogar Fotoapparat greifen. Und manchmal muss wohl auch eine Rechnung hervorgekramt werden, denn: Die Behörden verlangen schriftlich Auskunft über die Art der Nutzung und die Aufbewahrung der Waffen, inklusive Munition. „Besitzer, die auf das Schreiben nicht reagieren, laufen Gefahr, ihre waffenrechtliche Zuverlässigkeit zu verlieren. Ein Entzug der waffenrechtlichen Erlaubnis wäre dann die Folge“, heißt es in Rosenheim scharf. Freisings Sprecherin Eva Dörpinghaus formuliert es sanfter: „Diese Erklärung abzugeben ist nicht ganz freiwillig. Wir fordern sie an.“ Das sei völlig legitim, sagt Urbach vom Landesjagdverband.

 „Aber unangemeldet zu kontrollieren, ist gegen das Grundgesetz. Vorher muss ein Termin ausgemacht werden.“ Schließlich müsse beispielsweise jede Waffe nach der Jagd abschwitzen. „Dann steht sie im Wohnzimmer. Natürlich unter Aufsicht – aber sie ist kurz nicht sicher verwahrt. Und wenn dann ein Kontrolleur kommt...“ „Aber die Jäger sind sowieso perfekt aufgeklärt. Genauso wie die Sportschützen durch die Vereine“, erwidert Rainer Holme aus Erding. Er ist Seniorchef der gleichnamigen Firma und verkauft seit 30 Jahren Waffen und Utensilien aller Art. Problematisch seien die Besitzer, die sich legal vor 1974 nur mit einem Personalausweis eine Waffe zugelegt hatten. „Durch Ereignisse wie Winnenden wird denen erst bewusst, was für Verpflichtungen sie mit dem Kauf eingegangen sind.“ Deswegen verzeichnet er ein Umsatzplus bei Waffenschränken von mehr als fünfzig Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

„Aber es stellt sich sowieso die Frage: Was hilft ein Gesetz, wenn es niemanden gibt, der es durchsetzten kann“, so Urbach vom Landesjagdverband. „Natürlich geben die Landratsämter ihr Bestes.“ Aber das reiche bei der Menge an Waffen, die in Bayern registriert sind, nicht aus. Laut Deutscher Presseagentur sind es 1,4 Millionen.

von Angelika Mayr

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