Räumung am Hauptbahnhof - das war der Grund

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Alle reden von Schweinegrippe, doch derzeit ist es vor allem eine ganz normale Erkältungswelle, die viele Menschen ins Bett zwingt. In vielen Schulen in Oberbayern bleiben derzeit zahlreiche Stühle in den Klassenzimmern leer.

Verschnupfte Schüler und Lehrer:

Erkältungswelle legt Unterricht lahm

München – Schulklassen sind halbleer, die Arztpraxen hingegen voll – mehr Menschen als sonst melden sich dieser Tage krank. Doch meist ist es nicht die Schweinegrippe, die sie ins Bett zwingt: Derzeit rollt eine Erkältungswelle über Bayern.

In vielen Schulen bleiben derzeit mehr Stühle als sonst unbesetzt. Mancherorts unterrichten Lehrer gar vor halbleeren Klassen – wenn sie nicht selbst im Bett liegen, wie in einem Gymnasium in Germering (Kreis Fürstenfeldbruck): Dort musste der Direktor selbst einspringen, weil sich so viele Lehrer krank gemeldet haben. Auch im Gymnasium in Gröbenzell sind 20 „verschnupfte“ Lehrer nicht zum Unterricht erschienen.

Die erste Erkältungswelle der Saison hat Bayern mit voller Wucht erwischt. Besonders schnell verbreiten sich die Viren dabei in Schulen – nicht nur in Germering, wo am Montag in einer Klasse 13 Schüler fehlten. Auch im Gabriel-von-Seidl-Gymnasium in Bad Tölz müssen immer mehr Schüler zuhause bleiben. Über 100 Krankmeldungen liegen der Schulleitung derzeit vor. Allein am Montag musste Rektor Peter Meyer mehr als 30 Schüler nach Hause schicken.

Noch härter hat es aber das Gymnasium in Icking (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) erwischt. Dort haben sich zu Beginn dieser Woche 150 der insgesamt 900 Schüler krank gemeldet. Entsprechend voll sind viele Arztpraxen – so auch die von Dr. Otto Bertermann am Münchner Gärtnerplatz. „Die Erkältungsfälle haben zugenommen“, sagt er. Pro Tag behandle er mehr als zwanzig Patienten mit Erkältungssymptomen, viele davon junge Leute. Er will aber auch nicht ausschließen, dass sich unter den vermeintlichen Erkältungsopfern der ein oder andere Schweinegrippefall verbirgt. Auch deren Zahl habe zugenommen, sagt Bertermann.

Die Höhe der Erkältungswelle, die derzeit über die Bayern hereinbricht, ist aber offenbar regional höchst unterschiedlich: In die Praxis von Dr. Eckart Ackermann in Martinsried (Kreis München) kommen zum Beispiel nicht mehr erkältete Patienten als sonst. Auch in der Praxis Dr. Paul Alberti in Unterhaching (Landkreis München) hat man zwar etwas mehr Erkältungsfälle gezählt. Doch sei das völlig normal für diese Zeit.

Ähnlich sieht das Apothekerin Eva Fröhlich-Sporer. Sie leitet die Delphin-Apotheke in München-Schwabing. „Die Erkältungswelle ist da“, sagt sie. „Aber das ist auch typisch für diese Jahreszeit.“ Etwa zehn Prozent der Kunden fragten dort derzeit nach Erkältungsmitteln.

Viel zu tun gibt es auch in der Apotheke in der Postbank in München – wenn auch aus etwas anderem Grund: „Bei uns hat die Erkältungswelle total zugeschlagen“, sagt Anja Loepthin, Leiterin der Apotheke. „Zwei meiner Mitarbeiterinnen liegen mit einer Erkältung im Bett.“

Andrea Eppner, Anne Kunze

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