Sportlich und extrem fit: Raphael Viellehner, hier bei einer Bergtour, war noch bis vor Kurzem aktiver Leichtathlet. Auch sein Vater Johann gilt als erfahren am Berg und topfit.

Bergsteiger wohl tot

Verschollen am Mount Cook: Kaum noch Hoffnung

Wellington/Winhöring - Der Mount Cook ist der höchste Berg Neuseelands. Nun ist er anscheinend zwei Bergsteigern aus Winhöring zum Verhängnis geworden.

Zwei Bergsteiger aus Winhöring (Kreis Altötting) und ihr australischer Begleiter sind seit Montag am Mount Cook in Neusseeland vermisst. Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass die drei Männer tot sind. Ein Sprecher erklärte am Donnerstag, die Lage sei „düster“. Trotzdem solle die Suche mit Helikoptern in den nächsten Tagen fortgeführt werden.

Der 57-Jährige Johann Viellehner und sein Sohn Raphael (27) waren in der Nacht zum Montag um 1.30 Uhr Ortszeit von der Schutzhütte „Plateau Hut“ aufgebrochen, um Neuseelands höchsten Gipfel zu ersteigen. Über den Linda-Gletscher wollten sie den Gipfel in 3724 Metern Höhe erreichen.

Michael Bishop kennt den Mount Cook eigentlich.

Um vier Uhr früh begegneten sie noch dem Chef der dortigen Bergrettung Dave McKinley. „Sie waren bester Stimmung und gut ausgerüstet“, berichtet der Bergwachtchef in einem Interview mit einem neuseeländischen TV-Sender. Die Männer seien mit Seilen gesichert gewesen und wollten offenbar am Nachmittag zurück sein. Ihr Proviant war für einen Tagestrip ausgelegt. Ursprünglich wollten die Viellehners alleine auf den Berg. Als sie den Mount Cook-erfahrenen australischen Arzt Michael Bishop (53) trafen, beschlossen sie aber, die Besteigung gemeinsam anzugehen.

Nachdem das Trio am Abend nicht zurückkehrte, sorgten sich Polizei und Bergrettung ernsthaft um die Bergsteiger. Das Gelände am Mount Cook gilt als äußerst schwierig. Um 100 Meter vorwärts zu kommen, müsse man oftmals 400 Meter nach den Seiten ausweichen und sich seinem Ziel im Zickzack nähern, sagt McKinley. Ein Flugzeug, das am Dienstagmorgen nach den Vermissten gesucht hatte, fand keine Spur. Am Nachmittag musste der Flugbetrieb wegen des extrem schlechten Wetters eingestellt werden. Der Mount Cook war in dichte Wolken gehüllt. Dazu gab es Sturmböen mit 100 Stundenkilometern sowie heftigen Regen und Schneefall.

Der örtliche Polizeichef Brent Swanson beschreibt die Bergsteiger als extrem fit. Raphael Viellehner war schließlich jahrelang erfolgreicher Leichtathlet, noch bis vor einiger Zeit sei er bei der Leichtathletik-Gemeinschaft Passau als Läufer aktiv gewesen, erklärte deren Vorsitzende Peter Fahrnholz. Vater Johann gilt seinerseits als sehr erfahrener Bergsteiger, der schon viele Gipfel in den Alpen und in Russland bezwungen hat.

Die neuseeländischen Bergretter haben noch eine leise Hoffnung, dass es dem vermissten Trio doch gelungen ist, sich in dem Sturm in eine Schneehöhle einzugraben. Die Geschichte zeigt, dass das klappen kann. 2008 schaffte es der japanische Bergsteiger Hideaki Nara, in einer Schneehöhle am Mount Cook eine Woche lang zu überleben. Der Berg ist gerade jetzt, da auf der Südhalbkugel Hochsommer herrscht, ein beliebtes Ziel für Bergsteiger aus aller Welt.

Robert Piffer und Doug Coutts

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