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Genießt in Bayreuth gern das Bad in der Menge: Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der Bund hält 25% an der Festspiel GmbH.

Verschwendungsarie am grünen Hügel

Bayreuth - 350 000 Vorbestellungen gibt es jedes Jahr für die Bayreuther Festspiele, doch nur 58 000 Karten. Und davon gelangt ein Drittel nicht einmal in den Verkauf, sondern geht gratis an Politiker und Prominente. Jetzt regt sich Widerstand.

Einmal im Leben zu den Festspielen auf den grünen Hügel nach Bayreuth – davon träumen Opernliebhaber aus der ganzen Welt. 350 000 Vorbestellungen gibt es jedes Jahr, doch nur 58 000 Karten. Und davon gelangt ein Drittel nicht einmal in den Verkauf, sondern geht gratis an Politiker und Prominente. Das kritisiert jetzt, wie die Rheinische Post berichtet, der Bundesrechnungshof in einem Bericht an den Haushaltsausschuss des Bundestages.

So seien im vergangenen Jahr nur 40 Prozent der Eintrittskarten in den freien Verkauf gelangt, bei Premieren sogar nur 16 Prozent. Der Rest wird entweder als Freikarten oder als feste Kontingente an Sponsoren und Prominente aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vergeben. Dies sei aber „mit den Förderzielen nicht vereinbar“, heißt es in dem Bericht der Rechnungsprüfer. Der Bund hält 25 Prozent an der Bayreuther Festspiele GmbH. Von der Festspielleitung war zunächst keine Stellungnahme zu dem Bericht zu erhalten.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Bayerische Oberste Rechnungshof die Kartenvergabe bei den Richard-Wagner-Festspielen unter die Lupe genommen. Damals stießen sich die Prüfer vor allem an dem großen Kartenkontingent für die Mäzene und an der mangelnden Transparenz bei der Zuteilung der knapp 58 000 Karten pro Saison. Die Zahlungsströme seien nicht nachvollziehbar, hieß es damals. Allein die Mäzene der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth erhalten knapp 14 000 Karten.

750 Karten pro Jahr sind für junge Studenten aus aller Welt reserviert. Sie werden von der Richard-Wagner-Stipendien-Stiftung und – zum geringeren Teil – von der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth bezahlt. Auch die jährlich rund 300 Teilnehmer des traditionsreichen Festivals junger Künstler erhalten vorab gut 1000 Karten. Wie das Handelsblatt herausfand, wurden 2010 allein im Internetportal Ebay Festspielkarten für 143 530 Euro versteigert. Der Durchschnittspreis lag bei 598 Euro. Zum Vergleich: Originalkarten kosten 15 bis 280 Euro! Dazu komme noch ein satter Umsatz über inoffizielle Kartenagenturen.

Illegal ist dieses Schwarzmarkgeschäft allerdings nicht, wie auch ein Sprecher des Rechnungshofes betonte: „Darauf hat die Festspielleitung keinen Einfluss.“ Es ließe sich nun einmal nicht kontrollieren, was mit den verkauften Karten geschehe. Die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth hatte nach der Kritik im Herbst angekündigt, die „Kartenzuteilung per Handschlag“ zu verändern. An der Größe des Kontingents wollte man aber nicht rütteln. Man brauche diese Karten, um die Mäzene bei der Stange zu halten. Schließlich flössen aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden jährlich rund drei Millionen Euro in die Festspielkasse.

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