Möglicherweise krebserregend

Verseuchtes Trinkwasser in Altötting: Tausend Bürger geben Blut ab

In Altötting hat eine Firma über Jahre eine womöglich krebserregende Chemikalie ins Grundwasser gelangen lassen. Die Behörden veranlassten Bluttests. Viele sind dem Aufruf gefolgt.

Altötting - Fast tausend Menschen aus dem Raum Altötting haben nach dem Fund einer womöglich krebserregenden Chemikalie im Trinkwasser an freiwilligen Bluttests teilgenommen. Die Blutentnahmen seien damit abgeschlossen, teilte das Landratsamt am Montag mit. Ergebnisse werde es aber voraussichtlich erst im Herbst geben.

Seit Ende Januar hatten sich 973 Bürger aus den betroffenen Gebieten im Gesundheitsamt Altötting Blut abnehmen lassen, um eine mögliche Belastung mit dem Stoff Perfluoroctansäure (PFOA), einem Ersatzstoff sowie sechs weitere perfluorierte Substanzen prüfen zu lassen. Das Landratsamt Altötting will damit herausfinden, ob Anwohner überdurchschnittlich hohe Werte davon im Blut haben.

Lesen Sie auch: Chemikalie in Trinkwasser wird Menschen in Altötting noch lange belasten

Der Stoff PFOA, der nach Experteneinschätzung eine Reihe von Krankheiten wie Krebs begünstigen könnte, war 2016 bei Kontrollen in Blutspenden aus der Gegend festgestellt worden. Wegen der Belastung wurden bereits Trinkwasserbrunnen geschlossen und Aktivkohleanlagen eingebaut, um das Wasser zu reinigen. Die Halbwertszeit des Stoffes im Blut liegt Fachleuten zufolge bei dreieinhalb Jahren.

lby

Rubriklistenbild: © dpa / Lukas Schulze

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