Schneemassen: Unfälle, Verspätungen und Schulausfälle in Bayern

München - Massive Schneefälle haben in der Nacht zum Donnerstag zu vielen Unfällen und Behinderungen auf Bayerns Straßen und Bahngleisen geführt. Welche Strecken besonders betroffen sind und an welchen Schulen heute der Unterricht ausfällt:

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Die Verkehrslage in Oberbayern hat sich am Donnerstagvormittag nach den heftigen Schneefällen vom Vortag weitestgehend entspannt. Das gelte für Straßen, Gleise und auch den Münchner Flughafen. Die Polizeipräsidien in Rosenheim, Ingolstadt und München meldeten kaum noch Unfälle und Behinderungen. Zuvor kam es zu hunderten Unfällen in ganz Bayern.

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Zwei tödliche Unfälle ereigneten sich aufgrund der Schneemassen am Mittwochabend. Bei Aschaffenburg in Unterfranken starb eine 30-jährige Frau, weil ihr Wagen sich überschlug. Wegen des Schnees war in Pommelsbrunn (Landkreis Nürnberger Land) am Mittwochabend ein Lastwagen mitten auf den Gleisen steckengeblieben. Der Regionalzug konnte nicht mehr rechtzeitig abgebremst werden und rammte den Lastwagen. Der Lkw-Fahrer starb noch am Unfallort. Vier Zug-Passagiere wurden leicht verletzt. Die Bahnstrecke von Bayreuth nach Nürnberg blieb bis in die frühen Morgenstunden am Donnerstag gesperrt. Insgesamt sprach die Polizei in Mittelfranken von 145 wetterbedingten Unfällen.

Auch in Oberbayern blieben auf Steigungen der Autobahn 9 immer wieder Lastwagen stecken. Besonders viele Unfälle gab es laut Polizei im Großraum Rosenheim und auf der Autobahn 8. Insgesamt wurden fünf Menschen leicht verletzt. In Schwaben blieb es laut Polizeiangaben dagegen vergleichsmäßig ruhig. Einige Blechschäden aber zunächst keine Verletzen gab es bei etwa 40 Unfällen.

In Oberfranken gab es seit Mittwochnachmittag etwa 70 Unfälle.

In Niederbayern wurden bei über 60 Unfällen insgesamt neun Menschen leicht verletzt. Den Schaden der Unfälle schätzte die Polizei Straubing auf insgesamt etwa 200 000 Euro. Auf der Bundesstraße 299 blieben auf der Höhe von Schweinbach insgesamt 57 Lastwagen stecken, auf der Autobahn 93 zwischen Hausen (Landkreis Kehlheim) und Siegenburg kamen 13 Lastwagen nicht mehr vorwärts.

Lage im Bahnverkehr entspannt sich langsam

Kostenlose Servicenummer: 08000 99 66 339 

Die aktuellen Abfahrts- und Ankunftstafeln unter www.bahn.de/ris.

Vorallem in Nordbayern haben die starken Schneefälle und Schneeverwehungen seit Mittwochabend zu starken Beeinträchtigungen geführt. Infolge von Schneeverwehungen und Weichenstörungen kam es vor allem im Großraum Bamberg, Lichtenfels, Saalfeld Hof und Cham zu Streckensperrungen und starken Behinderungen im Regional- und Fernverkehr. Der Fernverkehr aus Leipzig in Richtung Nürnberg musste aufgrund der hohen Schneemengen in den Abendstunden zeitweise eingestellt werden. Am Donnerstagmorgen waren die Bahnstrecken soweit frei geräumt, dass der Fern- und Regionalverkehr wieder anlaufen konnte. Die Nebenstrecke Hof – Selb ist derzeit noch gesperrt. Im Großraum Fürth kommt es derzeit wegen Weichenstörungen zu Behinderungen. Der Abschnitt Fürth – Nürnberg ist nur eingleisig befahrbar.

Inzwischen seien die Zugstrecken in Bayern wieder befahrbar, teilte die Bahn mit. Im gesamten Münchner S-Bahnverkehr kann es wegen der Wetterverhältnisse dennoch vereinzelt zu Verspätungen kommen

So sieht's derzeit aus

Schnee-Bilder aus Bayern

Reisende übernachten am Flughafen

Wartezeiten und Ausfälle mussten auch Fluggäste in Kauf nehmen. Beim Flughafen in München fielen am Mittwoch wetterbedingt 350 Flüge aus. Am Donnerstag sind seit Betriebsbeginn wieder beide Start- und Landebahnen schneefrei, sagte ein Sprecher. Dennoch seien bis zum Vormittag 51 Flüge annulliert worden, da sich einige Maschinen wegen der Probleme vom Mittwoch noch nicht am richtigen Ort befinden.

Am Münchner Flughafen mussten mehrere hundert Passagiere auf Sesseln oder dem Boden schlafen. 18 Stunden Geduldsprobe hieß es für Fluggäste nach Düsseldorf. Ein Flug nach dem anderen wurde vom Nachmittag an bis zum späten Abend gestrichen. Erst am Morgen flog die erste Maschine wieder in Richtung Rhein.

Hier fällt die Schule aus

Freuen konnten sich hingegen viele Schüler in Bayern: In zahlreichen Landkreisen gab es “schneefrei“. Davon waren vor allem Landkreise in der Oberpfalz und in Oberfranken betroffen.

Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks fällt der Unterricht in folgenden Landkreisen und Städten an allen staatlichen Schulen am 2. Dezember aus:

- Landkreis und Stadt Bayreuth

- Landkreis und Stadt Regensburg

- Landkreis und Stadt Hof

- Landkreise Neustadt an der Waldnaab, Schwandorf, Weiden in der Oberpfalz, Cham und Kelheim

An folgenden Schulen fällt der Unterricht am 2. Dezember aus:

Im Landkreis Schwandorf an der Grundschule Schönsee, der Grundschule Winklam, der Grundschule Niedermurach, der Grundschule Teunz, der Grundschule und Mittelschule Oberviechtach, der Grundschule Dieterskirchen, der Grundschule Neukirchen-Balbini, der Förderschule Oberviechtach, derBerufsfachschule Oberviechtach und am Gymnasium Oberviechtach, der Mittelschule Neunburg vorm Wald, der Grundschule Schwarzhofen, der Grundschule Kemnath bei Fuhrn und der Realschule Neunburg. Außerdem an allen staatlichen Schulen in Tirschenreuth und an der Mädchenrealschule Waldsassen.

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Die Wetteraussichten

Die Wetterlage werde sich aber laut den Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) verbessern. “Insgesamt lässt der Schneefall in Bayern nach“, sagte der DWD-Fachmann Hansjörg Lieske. “Die Unwetterwarnungen werden deshalb voraussichtlich am Donnerstag aufgehoben.“ Nur in den Bergregionen wie in den Alpen werde der Schnee am längsten liegen. Klirrend kalt wird es aber trotzdem: “Die Temperaturen sind mit bis zu minus 14 Grad wirklich extrem.“

mol

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