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Es staut sich: Die Wartezeiten an den Kontrollstationen der österreichischen Grenze sind lang.

Versuch in Kiefersfelden

Dosier-Ampel bremst Maut-Ausweicher

Kiefersfelden/Rosenheim – Die letzte Hoffnung der Bürger in Kiefersfelden hängt an einer Ampel. Die sogenannte Dosier- oder auch Pförtner-Ampel. Sie soll in den Grenzorten Kiefersfelden bei Rosenheim und Kufstein in Tirol die ersehnte Verkehrsentlastung bringen. Eine ungewöhnliche Maßnahme.

Für die kommenden acht Wochen wird die Ampel auf der Tiroler Bundesstraße in Kufstein installiert, um den Autofahrern die Ausweich-Route durch die Orte so unattraktiv wie möglich zu machen. Denn dort hat der Verkehr seit der Mautgebühr auf der Inntal-Autobahn erheblich zugenommen. Die Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (ASFINAG) hat die Vignettenpflicht für den Abschnitt der A93 zwischen Kiefersfelden und Kufstein vor zwei Jahren eingeführt.

Besonders an Wochenenden staut es sich seitdem, weil viele Ausflügler zum Skifahren nach Kitzbühel, Söll, Scheffau oder Elmau fahren. „Weil der Skipass schon teuer genug ist, sparen die Reisenden sich die Kosten eines Pickerls, indem sie an der Grenze bei Kiefersfelden auf die Bundesstraße ausweichen“, erklärt Kiefersfeldens Bürgermeister Hajo Gruber. Eine Vignette für zehn Tage kostet schließlich 8,70 Euro.

„Das ist eine irre Regelung, die für unsere Bürger unerträglich ist“, findet Gruber. „Es mindert die Lebensqualität.“

Zusammen mit der Gemeinde Kufstein ließ er die Dosier-Ampel aufstellen. Sie soll ab kommenden Samstag an den Wochenenden von 9 Uhr bis zum Nachmittag künstlichen Stau produzieren, falls mehr als 500 Autos in der Stunde die Straße passieren. „So bleiben die Leute auf der Autobahn“, erhofft sich Gruber. Denn in letzter Zeit hat sich die Situation für den Ort zugespitzt: Wegen der Grenzkontrollen bildet sich massiver Rückstau. „Der führt zurück bis Wörgl in Tirol.“ Die Navigationssysteme leiten die Autofahrer an dem Stau vorbei – durch die Grenzorte hindurch.

Gruber hat Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gebeten, die Grenzkontrollen auszubauen, damit die Fahrzeuge auf der Autobahn bleiben. Noch wartet er auf eine Reaktion. „Ich frag mich ehrlich, womit wir das alles verdient haben.“ Früher war Kiefersfelden noch idyllisch, heute schimpft die Gemeinde auf den Verkehr. Deshalb hoffen die Bürger auf eine Verbesserung durch die Ampel. In dem Fall wird sie nach Probebetrieb womöglich bleiben und Autofahrer würden sich dran gewöhnen müssen, die Autobahn zu nehmen.

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