Versuchte Entführung von Stadträtin: Fast fünf Jahre Knast

Traunstein/Waldkraiburg - Er wollte eine Stadträtin entführen, um Lösegeld zu erpressen. Dafür muss ein 59-Jähriger vier Jahre und neun Monate in den Knast. Alles zum Prozess am Traunsteiner Landgericht:

Die versuchte Entführung einer Kommunalpolitikerin muss ein 59 Jahre alter Mann mit vier Jahren und neun Monaten Gefängnis büßen. Das Traunsteiner Landgericht verurteilte den Geschäftsmann wegen versuchten erpresserischen Menschenraubes zu der Haftstrafe, wie eine Gerichtssprecherin am Dienstag mitteilte.

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Angeklagter gesteht versuchte Entführung von Stadträtin

Der Mann hatte gestanden, dass er die SPD-Stadträtin aus Waldkraiburg nahe Mühldorf a. Inn entführen wollte, um von deren Ehemann, einem Apothekenbesitzer, eine Million Euro zu erpressen. Das Geld habe er als Kaution für die Freilassung seiner wegen Drogendelikten im Gefängnis sitzenden Ehefrau verwenden wollen, gab er bei seiner Vernehmung als Tatmotiv an.

Der selbst mehrfach vorbestrafte Mann hatte am 28. März 2011 bei dem Apotheker-Ehepaar angerufen und gesagt, er müsse als Kurier noch am Abend parteiinterne Dokumente überbringen. Als der Pharmazeut die Haustür öffnete, hielt ihm der Entführer eine Schreckschusspistole vor die Brust und kommandierte ihn ins Esszimmer. Er habe die Stadträtin entführen, mit einem knappen Vorrat an Lebensmitteln in eine Kiste sperren und den Behälter vergraben wollen, hielt der Staatsanwalt dem Mann vor.

Als der zur Tatzeit 58-Jährige einen Moment nicht aufpasste, konnte der Apotheker fliehen, woraufhin auch der Entführer das Weite suchte. Das vermeintliche Entführungsopfer war ohnedies an jenem Abend nicht zu Hause. Wenige Tage später wurde der Täter gefasst. Der Urteilsspruch war ursprünglich erst für den 2. Februar geplant. Doch verkündete das Gericht das Strafmaß bereits am Montagabend.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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