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Der Prozess gegen die Krankenschwester aus Altdorf (hier im Gespräch mit ihrem Verteidiger) geht in die nächste Runde.

Anträge verzögern Prozess

Versuchter Mord: Ist die Ehefrau unschuldig?

Landshut - Eine Krankenschwester soll aus Habgier versucht haben, ihren Ehemann zu töten. Der Prozess sollte eigentlich dem Ende entgegen gehen. Doch es kam anders.

Neue Anträge verschieben voraussichtlich das Ende im Prozess gegen eine Krankenschwester aus Niederbayern, die ihren Ehemann mutmaßlich aus Habgier mit Blutverdünnern umbringen wollte. Statt der erwarteten Plädoyers bekamen Zuhörer und Beteiligte am Dienstag am Landgericht Landshut mehrere Anträge zu hören.

Neue Anträge in der Verhandlung

Darin forderte die Verteidigung der Frau aus Altdorf (Landkreis Landshut) unter anderem ein forensisch-toxikologisches Gutachten, das die Frage klären soll, ob der Mann sich die Blutverdünner womöglich selbst zugefügt hat. Zudem steht die Frage im Raum, ob seine Ex-Frau ihm möglicherweise nach dem Leben trachtete. Darüber hinaus sollen der Computer und Tagebücher des Mannes ausgewertet werden.

Frau bestreitet Tatvorwürfe

Die Angeklagte soll ihrem Mann längere Zeit Blutverdünnungsmittel verabreicht haben, um ihn zu töten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, die Frau habe an das Erbe ihres Mannes kommen wollen, um ihren Lebensstil zu sichern. Die Frau hatte den Tatvorwurf bei ihrer Aussage im November indirekt bestritten.

Als der 66-Jährige im Juni 2015 wegen starker Blutungen in eine Klinik kam, habe die Ärztin sie gefragt, ob ihr Mann Marcumar-Patient sei, weil die Blutgerinnungswerte extrem schlecht seien, hatte die Angeklagte ausgesagt. „Ich war erstaunt. Ich wusste nicht, dass er Marcumar-Patient war.“ Die Werte ihres Mannes hätten sie überrascht. Das Arzneimittel wird zur Hemmung der Blutgerinnung eingesetzt.

Prozess könnte sich ziehen

Der Prozess wird an diesem Freitag fortgesetzt. Dann könnten die Plädoyers und auch das für Freitag erwartete Urteil folgen. Allerdings hat das Gericht vorsorglich schon zwei weitere Verhandlungstermine im Februar angesetzt.

dpa/lby

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