Verurteilte Witwe im Mordfall an Landwirt frei

Neuburg/Donau - Im Mordfall um den angeblich an Hunde verfütterten Landwirt aus Neuburg a.d. Donau kommt die verurteilte Witwe des Opfers frei.

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Wird der Fall des Haustyrannen neu aufgenommen?

Nach Verbüßung von mehr als Zweidrittel der Haft wird sie aus dem Gefängnis entlassen, wie die Staatsanwaltschaft Ingolstadt am Donnerstag mitteilte. Die Frau war in einem aufsehenerregenden Indizienprozess 2005 wegen Totschlags zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Ihr Anwalt hatte wegen chronischer Erkrankungen seiner Mandantin seit längerem die Entlassung gefordert. Der Rest der Freiheitsstrafe wird zur Bewährung ausgesetzt, da laut Staatsanwaltschaft keine Gefahr mehr von der Frau ausgeht. Die Witwe kommt in ein Heim für betreutes Wohnen.

Am Landgericht Landshut läuft derzeit ein Wiederaufnahmeverfahren in dem Mordfall. Der Landwirt war 2001 verschwunden. Nach ihrer Festnahme hatten die Familienmitglieder den Ermittlungsbehörden die schaurigsten Tatversionen aufgetischt. So schilderte der Verlobte einer der beiden Töchter, er habe den toten Mann zersägt und die Leichenteile an die Hofhunde verfüttert. Später sagte eine der Töchter - beide Mädchen waren vom Vater sexuell missbraucht worden -aus, man habe das Opfer im Auto in einem Baggersee entsorgt.

2005 verurteilte das Landgericht Ingolstadt die Ehefrau und den Verlobten wegen Totschlags zu je achteinhalb Jahren Haft. Auch die damals minderjährigen Mädchen saßen im Gefängnis. Im März dieses Jahres wurde überraschend die weitgehend verweste Leiche des Bauern aus der Donau gefischt. Für den Verteidiger der Witwe steht damit fest, dass die Geständnisse, auf denen die Schuldsprüche fußen, falsch sind. Die Staatsanwaltschaft lehnt die Wiederaufnahme aber ab.

dpa

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