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Gerhard Ittner befand sich sieben Jahre lang auf der Flucht.

Nürnberger Rechtsextremist in Portugal festgenommen

Nürnberg - Der seit sieben Jahren flüchtige Nürnberger Rechtsextremist Ittner ist gefasst. Die Polizei nahm ihn in der portugiesischen Stadt Montemor-o- Novo östlich von Lissabon fest.

Das teilte die Staatsanwaltschaft Nürnberg am Montag mit und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der Nürnberger “Abendzeitung“ (Montag). Derzeit befinde sich der Festgenommene in Auslieferungshaft. Seine Auslieferung nach Deutschland liege in der Hand der portugiesischen Gerichte. Nähere Angaben über Ittners Festnahme machte die Staatsanwaltschaft nicht.

Das Landgericht Nürnberg-Fürth hatte Ittner im April 2005 in Abwesenheit wegen Volksverhetzung und Verunglimpfung des Staates zu einer Haftstrafe von 2 Jahren und 9 Monaten verurteilt. Ittner hatte an einem Teil des sich über mehrere Wochen hinziehenden Prozesses teilgenommen; als sich abzeichnete, dass ihm eine mehrjährige Haftstrafe drohen könnte, war der damals 46-Jährige nicht mehr im Prozess aufgetaucht. Die Staatsanwaltschaft ließ daraufhin mit einem internationalen Haftbefehl nach dem untergetauchten Angeklagten fahnden - jahrelang ohne Erfolg.

Der ursprünglich aus Zirndorf (Landkreis Fürth) stammende Ittner galt in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrzehnts in der rechten Szene als Scharfmacher. Für wachsende Nervosität bei Nürnberger Politikern und Sicherheitsbehörden hatte er gesorgt, als er im Jahr 2003 erstmals einen Aufmarsch auf dem früheren Reichsparteitagsgelände der NSDAP plante und durchsetzte. Noch auf der Kundgebung hatte er angekündigt, in den darauffolgenden Monaten weitere Aufmärsche auf dem historisch belasteten Areal zu veranstalten. Ittner hatte damit bundesweite Proteste ausgelöst.

dpa

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