Veterinär entdeckte Schlachtabfälle im Kühlhaus

Illertissen/Memmingen - Im Prozess um den Ekelfleisch-Skandal von Illertissen hat ein Veterinär als Zeuge Schlachtabfälle in dem Kühlhaus des Angeklagten bestätigt.

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Ekelfleisch: Angeklagter bestreitet Vorwürfe

Bei Kontrollen waren demnach im Februar 2006 solche Abfälle in größerem Umfang gefunden worden. Der Amtstierarzt habe in einem der Kühlhäuser sechs Lieferungen von sogenanntem K3-Material aus Dänemark gefunden und beschlagnahmt.

Auf der Anklagebank vor dem Landgericht Memmingen sitzt der ehemalige Geschäftsführer des Unternehmens. Dem 45-Jährigen wird vorgeworfen, mehr als 300 Tonnen zum Genuss untaugliches Fleisch umdeklariert und an Lebensmittelfirmen im Ausland verkauft zu haben. Er soll dadurch rund 225 000 Euro kassiert haben. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe.

Bei dem minderwertigen Fleisch handelte es sich nach Auffassung der Staatsanwaltschaft aus Dänemark um angelieferte Fleischabfälle, die nur zu Tierfutter hätten verarbeitet werden dürfen. Durch Manipulationen des Beschuldigten seien sie als ungenießbar in den Handel gekommen. Da der Angeklagte beim Verkauf der Ware die Abnehmer nicht über die Qualität des Fleisches informiert haben soll, muss er sich wegen Betrugs in 15 Fällen verantworten.

Am zweiten Prozesstag hatte ein Fleischhändler als Zeuge bekräftigt, von dem Angeklagten nie schlechtes Fleisch bekommen zu haben. Mehr als 20 Jahre lang hätten Geschäftsverbindungen zwischen beiden Unternehmen bestanden. "Es waren immer saubere und korrekte Geschäfte." Zwar bestätigte der Händler, dass im Jahr 2004 von einer Lebensmittelfirma in Tschechien Fleisch beanstandet wurde, das vom Kühlhaus in Illertissen stammte. Da der Kunde die Ware aber nach einem Preisnachlass behielt, sei davon auszugehen, dass es sich um einen Qualitätsmangel wie Fettgehalt oder Fleischfärbung handelte.

Der Prozess soll am 17. November fortgesetzt werden. Ein Urteil wird erst im Dezember erwartet. Nach Angaben eines Gerichtssprechers mussten zwei Verhandlungstage wegen Krankheitsfällen von Zeugen auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden.

dpa

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