Bauernverband äußert sich

Schock-Video: Wurde hier Tierquälerei eines Amtsträgers heimlich gefilmt?

  • schließen

Ein neuer Fall von Tierquälerei auf einem Bauernhof in Bayern schockt Tierfreunde. Besonders brisant: Der Landwirt, der auf einem von Peta veröffentlichten Video auf eine Kuh einschlägt, soll im Bayerischen Bauernverband aktiv sein.

Pfaffenhofen - Es ist ein Video, das fassungslos macht: Eine Kuh steht mit verbundenen Augen in einer Vorrichtung. Ihre Klauen sollen gepflegt werden - doch von Pediküre hat das wenig. Die Eisenstangen, durch die sie ihren Kopf steckt, sind so angebracht, dass sie sich nicht daraus lösen kann, sie ist unruhig und versucht, sich aus dem Gestell zu befreien. Zwei Menschen in blauen Kitteln stehen bei der Kuh. Doch anstatt sie zu beruhigen, schlägt einer der beiden immer und immer wieder mit einem Stock auf das Tier ein. Die Kuh zuckt zusammen, geht irgendwann in die Knie - doch selbst dann hört der Mann nicht auf, auf das Tier einzudreschen. Diese Bilder von mutmaßlicher Tierquälerei hat am Dienstagabend Peta Deutschland auf Facebook online gestellt. 

Whistleblower der Tierschützer hätten den Landwirt bei seiner Tat gefilmt, ist unter dem Beitrag zu lesen. „Wir haben bereits Strafanzeige gegen den gewalttätigen Mann erstattet“, schreiben die Aktivisten in dem Facebook-Posting - und enthüllen dazu ein brisantes Detail: „Der Landwirt ist Vorstandsmitglied des Kreisverbandes Pfaffenhofen und somit politisch im Bayerischen Bauernverband aktiv.“ Mehr als 37.000 Mal wurde das Video bisher geteilt und 2,2 Millionen Mal aufgerufen (Stand: Donnerstag, 25. Mai 2017, 14 Uhr).

Bauernverband: “Wo es Missstände gibt, muss gehandelt werden“

Mittlerweile hat der Bayerische Bauernverband auch ein Statement zu dem Clip abgegeben. Auf seiner eigenen Facebook-Seite schrieb er am Mittwochvormittag, dass das Video geprüft werde. „Dort, wo es Missstände gibt, muss gehandelt werden“, ist in dem Posting zu lesen. „Sobald eindeutige Erkenntnisse vorliegen, müssen die nötigen Konsequenzen gezogen werden.“ Allerdings weist der Bayerische Bauernverband auch explizit darauf hin, dass die Aufnahmen illegal entstanden seien und durch den Zusammenschnitt ein verzerrtes Bild entstehe. „Das entschuldigt oder rechtfertigt aus Sicht des Bayerischen Bauernverbandes jedoch eventuelle Verstöße gegen das Tierschutzgesetz nicht! Den Fall verfolgen wir intensiv weiter.“ Ob es sich bei dem Mann, der die Kuh malträtierte, tatsächlich um ein Vorstandsmitglied des Kreisverbandes Pfaffenhofen handelt, ist noch nicht offiziell bestätigt.

Gerade erst war ein Schlachthof in Fürstenfeldbruck in die Schlagzeilen geraten. Er hat mittlerweile Verstöße gegen das Tierschutzgesetz eingeräumt, wie auf merkur.de zu lesen ist.

Rubriklistenbild: © Screenshot Facebook/Peta Deutschland

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Friederike“ wütet: Feuerwehr gibt Entwarnung, aber: Zug- und S-Bahnstrecken bleiben teilweise gesperrt
Sturmtief Friederike erreicht Bayern - genau zum Jahrestag von Orkan Kyrill aus dem Jahr 2007. In unserem Newsblog halten wir Sie auf dem Laufenden.
„Friederike“ wütet: Feuerwehr gibt Entwarnung, aber: Zug- und S-Bahnstrecken bleiben teilweise gesperrt
Elektronische Wasserzähler bald Pflicht? Datenschützer schlägt Alarm
Elektronische Wasseruhren kann man ablesen, ohne dass jemand die Haustür öffnen muss. Nun rühren sich jedoch Bedenken dagegen, dass Gemeinden die funkenden Zähler bald …
Elektronische Wasserzähler bald Pflicht? Datenschützer schlägt Alarm
Asylhelfer nach Verbandsentscheid frustriert: „Weniger wert als ein Putzlappen“
Ulrich Muzyk hat begonnen, einer Afghanin ehrenamtlich Nachhilfe zu geben. Nachdem er in seinem Engagement eingebremst wurde, versteht der 77-Jährige die Welt nicht mehr.
Asylhelfer nach Verbandsentscheid frustriert: „Weniger wert als ein Putzlappen“
Das macht Sarah Lombardi in einem 300-Einwohner-Ort bei Passau
Sarah Lombardi wurde bekannt durch DSDS und geriet dann mit dem Rosenkrieg mit Ex-Mann Pietro Lombardi in die Schlagzeilen. Jetzt kommt sie in eine Dorfdisko im Kreis …
Das macht Sarah Lombardi in einem 300-Einwohner-Ort bei Passau

Kommentare