Untersuchung der Experten

Landesamt bestätigt ungewöhnliche Sichtung: „Eindeutige wolfstypische Merkmale“

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Das Landesamt für Umwelt hat bestätigt, dass es sich bei dem in Viechtach gesichteten Tier um einen Wolf handelt.

Update vom 12.04.2018 - 14.36 Uhr 

Nach Einschätzung eines LfU-Sprechers handelt es sich bei dem nun gesichteten Wolf nicht um einen der aus dem Gehege des Nationalparks Bayerischer Wald entlaufenen Wölfe. Nach Bayern könnten jederzeit einzelne Wölfe zu- oder durchwandern. Jungtiere wanderten bei Geschlechtsreife weite Strecken auf der Suche nach einem eigenen Territorium.

Im Oktober waren die Tiere aus einem Freigehege des Nationalparks bei Lindberg (Landkreis Regen) entkommen. Unbekannte hatten ein Vorhängeschloss an einem Tor entfernt. Ein Wolf war später von einem Zug erfasst worden. Zwei Wölfe wurden in den Tagen danach erschossen. Ein viertes Tier geriet in eine Lebendfalle und wurde zurück ins Gehege gebracht. Die Suche nach den verbleibenden zwei Wölfen war im Februar eingestellt worden.

Update vom 12.04.2018 - 12.02 Uhr

 „Experten des LfU und der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) konnten auf dem Video eindeutig einen Wolf identifizieren. Das Tier weist wolfstypische Merkmale hinsichtlich Färbung und Proportion auf, die es von einem Hund eindeutig unterscheiden“, heißt es in einer Pressemitteilunng. Behörden und Interessensverbände seien informiert worden.

Update vom 11.04.2018 - 9:43 Uhr

Viechtach - Nachdem Vermutungen aufkamen, dass es sich bei dem vom Landwirten gesichteten Wolf um eines der entlaufenen Tiere aus dem Nationalpark-Gehege handelt, nimmt das Bayrische Landesamt für Umwelt die aktuelle Sichtung jetzt genauer unter die Lupe. Denn Experten müssten erst feststellen, ob es sich bei dem Tier um einen Wolf oder lediglich um einen Wolfshund - eine Züchtung, die besonders in Tschechien beliebt ist - handelt. Letztere seien für Laien schwer von den wirklichen Wölfen zu unterscheiden. 

Nach Angaben des BR wollte die Nationalparkverwaltung selbst die Sichtung nicht kommentieren. Die Suche nach den restlichen zwei Gehegewölfen, die nach Ausbruch nicht gefunden wurden, sei bereits Anfang Februar eingestellt worden, hieß es dort. 

Wolf vermutlich von Kälbern angelockt

Warum es den Wolf gerade auf das Grundstück des bayrischen Landwirts verschlagen hat, erklärt dieser sich dadurch, dass die dort frei weidenden Kälber den Wolf angelockt haben. Generell äußerte sich Reinhard Wühr, der zwar Jagdvorstand, aber kein aktiver Jäger ist, eher kritisch zur Rückkehr von Wolf und Luchs im Bayrischen Wald. 

Stand vom 10.04.2018 - 15:46 Uhr

Reinhard Wühr (52) dürfte seinen Augen nicht getraut haben. Als der Landwirt aus Viechtach (Landkreis Regen) am Montagnachmittag in der Nähe seines Hofs unterwegs war, spazierte da plötzlich ein Wolf über eine Wiese am Waldrand. Die Passauer Neue Presse berichtet über den unerwarteten Besucher.

Auch als sich Wühr mit seinem Traktor näherte, sei das Tier ganz gelassen geblieben. Mit seinem Handy hielt der 52-Jährige die Szene fest. Wolfsexperten haben das Videomaterial bereits gesichtet. Erst nach einiger Zeit verschwand der tierische Besucher wieder im Wald.

Da der Wolf so wenig Scheu zeigte, wird nun spekuliert, ob es sich um eines der Tiere handeln könnte, die im vergangenen Jahr aus dem Nationalpark Bayerischer Wald verschwunden sind. Die Verwaltung des Nationalparks wollte die Sichtung vom Montagnachmittag zunächst nicht kommentieren.

lks/ang

Rubriklistenbild: © Screenshot YouTube

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