So viele Lehrer wie noch nie

München - Noch nie waren im Freistaat Bayern so viele Lehrer beschäftigt wie derzeit. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) meldet zu Schulbeginn am kommenden Donnerstag die „günstigste Betreuungsrelation zwischen Lehrkräften und Schülern seit Gründung des Freistaats“.

Rein rechnerisch kommen auf eine Lehrkraft nur noch 14,6 Schüler. Zu Beginn der Legislaturperiode 2008 waren es noch 16,2 Schüler. „Das ist ein gewaltiger Schritt nach vorne. Wir werden diesen Trend weiter fortsetzen“, sagte Spaenle.

Der Freistaat hatte zuletzt gut 1000 Lehrer zusätzlich eingestellt. Insgesamt gibt es jetzt 77 459 Vollzeit-Stellen, wobei die tatsächliche Zahl der Lehrer bei über 100 000 liegt, weil viele Teilzeit arbeiten. Der Schuletat der Regierung beläuft sich jetzt – Pensionen eingerechnet – auf knapp zehn Milliarden Euro. Das ist ein knappes Viertel des gesamten bayerischen Haushalts.

Trotz aller Anstrengungen werden die Klassenstärken in diesem Schuljahr fast unverändert bleiben, wie Spaenle einräumte. An den Realschulen liegen sie unverändert bei 26,8 Schüler je Klasse, an den Gymnasien bei 26,6. Die Klassenstärken an den 2400 Grundschulen in Bayern sinkt leicht – von 21,5 auf 21,4. Auch die Zahl der Kinder je Klasse an den gut 900 Mittelschulen konnte leicht reduziert werden – von 20 auf 19,9.

Ein Großteil der Lehrerstellen ist für andere Anforderungen notwendig. So gibt es 100 zusätzliche Stellen für „inklusive Schulen“, die sich verstärkt um die Integration behinderter Kinder kümmern. Auch für den Aufbau einer fest an den Gymnasien integrierten Lehrerreserve sind zusätzliche Personalstellen vorgesehen. 400 Stellen fließen in eine mobile Reserve.

Noch nicht finanziert sind zusätzliche Stellen, die das Flexibilisierungsjahr an den Gymnasien erfordern wird – also das Zusatzjahr, das von 2013 an in der Mittelstufe möglich ist. Spaenle kündigte an, bei Finanzminister Söder um weitere Stellen zu kämpfen. „Wenn ich Kinder unterrichten will, kann ich keinen Kühlschrank reinstellen.“  dw

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Rubriklistenbild: © dpa

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