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Winterlandschaft in Bayern: Die Bäume im Freistaat wirken vital und zeichnen sich durch dichte Kronen aus. Den Wetterverhältnissen hielten sie heuer gut Stand.

Robuste Bäume

Vitaler Wald trotz Wetter-Extreme in Bayern

München - Trotz der Wetterextreme haben Bayerns Wälder das Jahr 2013 gut überstanden. Weder Juni-Hochwasser, noch starke Trockenheit im Juli konnten den Zustand der Bäume laut Forstministerium beeinflussen. Dies belegt eine aktuelle Statistik.

Im Rahmen der Kronenzustandserhebung, die die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft seit 1983 jährlich durchführt, haben Fachkräfte 3840 Waldbäume untersucht. Ihre Erkenntnis: Die Bäume sind so robust, dass ihnen heuer nicht einmal der trockenste Sommer seit 2003 etwas anhaben konnte. Allerdings bedeutete die heiße Witterung bis in den August hinein „Trockenstress“, heißt es im Zustandsbericht. Der ausgeprägte Hochsommer, in dem die Sonne 40 Prozent länger schien als üblich, hinterließ an einzelnen Buchen, Eichen und Robinien Trockenschäden.

Schon der Winter, der als dunkelster Winter seit Beginn der Messungen im Jahr 1951 in die deutsche Klimageschichte einging, hatte die Wälder unter eine Belastungsprobe gestellt. Er bremste die Vegetationsentwicklung, ehe der Dauerregen im Mai/Juni den Untergrund beutelte. Doch dank der gefüllten Bodenwasserspeicher überstanden die Bäume die Hitze.

Wie die Bayerische Forstverwaltung aufschlüsselt, hat sich der mittlere Nadel- und Blattverlust im Vergleich zu 2012 kaum verändert: 17,5 Prozent der Bäume waren betroffen. Heuer stellten sie so wenige „geschädigte Bäume“ fest, wie seit 1999 nicht mehr. „Als deutlich geschädigt gelten Bäume, die mehr als 25 Prozent ihrer Blätter verloren haben“, erklärt Hubertus Wörner, Pressesprecher des Forstministeriums.

Erfreulich sei die Entwicklung der Eichen und Tannen. „Die Eiche war bis vor zwei Jahren durch Schädlinge und Pilzbefall stark belastet.“ Heuer verloren im Schnitt nur mehr 25,2 Prozent der Eichen einen Teil ihrer Blätter. „Die Eichen erholen sich langsam.“ So auch die Tanne. Wörner: „Die Tanne war bis vor zehn Jahren ein Sorgenkind.“ Auch sie zeichne sich durch viel mehr Vitalität aus, was für den Aufbau klima-toleranter und stabiler Wälder wichtig sei. Nur noch 18,3 Prozent der Tannen traf der mittlere Nadelverlust. Bei der häufigsten Nadelbaumart Bayerns, der Fichte, waren es 16 Prozent, beim häufigsten Laubbaum (Buche) 21,4 Prozent.

Wie der Zustandsbericht bilanziert, „bewegen sich die Schäden auf einem Niveau, das den niedrigen Werten um die Jahrtausendwende entspricht“. Der Anteil der Bäume sowohl mit erkennbaren als auch mit deutlichen Schäden sei gegenüber 2012 gesunken – ein Trend, der die Forstwirschaft zuversichtlich stimmt.

Von Corinna Erhard

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