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Mehrere Kliniken in Nürnberg sind vollkommen überfüllt.

Völlig überbelegt

Nürnberger Krankenhäuser setzen Notruf ab

Nürnberg - Es ist jedes Jahr das Gleiche: Sobald die Grippe umgeht, steigen die Patientenzahlen in den Krankenhäusern rapide an. Im Großraum Nürnberg melden jetzt mehrere Kliniken: Wir sind voll. Sie wollen eine dauerhafte Lösung des Problems.

Krankenhäuser aus Nürnberg und Fürth haben am Freitag einen Notruf abgesetzt. „Wir haben im Moment wegen des Patientenzustroms wirklich Land unter“, sagte der Vorstand des Klinikums Nürnberg, Alfred Estelmann. Patienten lägen auf den Gängen, Behandlungen würden verschoben, Genesende vorzeitig entlassen. Dabei kooperierten die Krankenhäuser in der Region intensiv und übernähmen sofern möglich Patienten aus überfüllten Häusern. Dennoch: „Die Maßnahmen, die wir aufgebaut haben, sind erschöpft, so dass wir sagen müssen: Wir können nicht alle aufnehmen, die zu uns wollen.“

Grund sei die jährliche Grippewelle, die derzeit von einem grassierenden Norovirus flankiert werde, erläuterte Estelmann. Darunter leiden auch die Nürnberger Häuser Martha Maria und St. Theresien, ebenso das Klinikum Fürth. Deren Chefs kritisierten am Freitag aber auch die Patienten: Viele gingen auch in minder schweren Fällen direkt in eine Notaufnahme statt erst einmal zum Hausarzt.

Erschwerend komme die Alterung und der Aufbau der Gesellschaft hinzu, erläuterte der Geschäftsführer des St. Theresien-Krankenhauses, Walter Förtsch. Alte Menschen, aber auch Jüngere in Single-Haushalten müssten häufig allein deshalb im Krankenhaus bleiben, weil sich zu Hause niemand um die Kranken kümmern könne.

„Wir brauchen neue Versorgungsstrukturen an der Verbindungsstelle zwischen ambulanter und stationärer Versorgung“, forderte Förtsch. Estelmann stellte gleich eine mögliche Lösung vor: „Was wir bräuchten wären Stationen, die man im Sommer nutzen kann für Kurzzeitpflege zur Entlastung von Angehörigen und im Winter für die Versorgung schwer kranker Patienten.“

dpa

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