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In Schutzzonen rund um die Fundorte toter Vögel gilt Stallpflicht. 

Verdachtsfälle sind nun Gewissheit

Vogelgrippe in Bayern: Acht Fälle bestätigt

Erlangen - Die aggressive H5N8-Variante der Vogelgrippe ist in Bayern bei acht Wildvögeln nachgewiesen worden. In Teilen der Landkreise Lindau und Starnberg herrscht nun Stallpflicht.

Bei allen acht Vogelgrippe-Fällen in Bayern ist inzwischen die hochansteckende Variante vom Typ H5N8 nachgewiesen worden. Das sagte am Montag ein Sprecher des Landesamtes für Gesundheit in Erlangen. Ob am Wochenende weitere tote Vögel gefunden worden seien, konnte er zunächst nicht sagen. Die Landratsämter in Lindau und Starnberg baten nach dem Auftreten der Geflügelpest in ihren Landkreisen die Bürger, tote Tiere umgehend beim Veterinäramt zu melden und diese nicht zu berühren - auch nicht mit dem Schuh. Zudem sollten Hunde und Katzen in Ufernähe von Bodensee und Ammersee möglichst nicht frei laufen gelassen werden.

In den bislang betroffenen beiden Landkreisen wird zur Vorsorge die Stallhaltung empfohlen. In sogenannten Schutzzonen rund um die Fundorte der toten Vögel gilt sogar Stallpflicht. Alle acht kranken Tiere in Bayern waren Wildvögel. Auch in mehreren anderen Bundesländern sind bereits Vogelgrippe-Fälle gemeldet worden - in Schleswig-Holstein war die erste Massentierhaltung betroffen.

Spaziergänger findet infizierte tote Seeschwalbe

Das Landratsamt Starnberg informierte die Geflügelhalter im Umkreis von drei Kilometern um den Fundort des toten Vogels und ordnete eine Stallpflicht an. Ein Spaziergänger hatte am Freitag in Breitbrunn, einem Ortsteil von Herrsching am Ammersee, die infizierte tote Seeschwalbe gefunden. In der Beobachtungszone, die Teile von Inning, Seefeld, Wörthsee und Herrsching umfasst, gibt es 16 Geflügelhalter mit etwa 7850 Tieren. „Die Stallpflicht soll verhindern, dass Wildvögel durch Futter- und Tränkeeinrichtungen von Hausgeflügel angelockt werden und so der Vogelgrippevirus in den Bestand eingeschleppt wird“, sagte Johannes März vom Landratsamt.

Das Landratsamt Lindau hatte bereits am Freitag eine Stallpflicht für Teile von Lindau, Wasserburg, Sigmarszell, Bodolz und Nonnenhorn angeordnet. Betroffen sind 64 Betriebe mit etwa 520 Tieren. Da die Vogelgrippe auch im österreichischen Bundesland Vorarlberg - direkt an der Grenze zu Bayern - aufgetreten ist, stehen die Nachbarländer in Kontakt. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) wollte sich am Montag beim EU-Agrar-Rat in Brüssel mit seinen Amtskollegen abstimmen. Ein Krisenstab von Bund und Ländern hatte sich bereits auf ein einheitliches Vorgehen geeinigt.

Erstmals war die H5N8-Variante der aktuellen Epidemie in Deutschland am 8. November bei verendeten Wasservögeln in Schleswig-Holstein nachgewiesen worden. Europaweit wurden aus mindestens sieben Ländern Geflügelpest-Nachweise gemeldet. Der Erreger gilt als ungefährlich für Menschen, ist aber eine erhebliche Bedrohung für Hausgeflügel.

dpa

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